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Presseaussendungen

Montag, 28. November 2022

Jetzt auch Fitness-Check für die Gastronomie

Benchmarks für Hotellerie und Gastronomie basieren auf dem bewährten „Standard STAHR“
 
Der Prodinger Tourismusberatung ist in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) ein weiterer wichtiger Schritt zur Unterstützung der heimischen Tourismusbetriebe in schwierigen Zeiten gelungen. Nach der Veröffentlichung der Benchmark-Zahlen für die Hotellerie, mit deren Hilfe jedes Unternehmen seine Werte mit den Daten der Konkurrenz auf objektiver Basis vergleichen kann, stehen jetzt auch der Gastronomie die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick zur Verfügung. 
 
Wie Thomas Reisenzahn und Marco Riederer von der Prodinger Tourismusberatung, anlässlich der Vorstellung des neuen Instrumentariums feststellen, helfen die übersichtlich aufbereiteten Datenvergleiche jungen Unternehmern beim Einstieg in die Branche bzw. sind auch „alten Hasen“ beim täglichen Betrieb von großem Nutzen. Jeder gastronomisch Tätige kann sich damit ein zuverlässiges Bild seiner Situation verschaffen. Basis der Vergleiche ist in beiden Fällen der „Standard STAHR“ (Standard der Abrechnung für Hotels und Restaurants). „Der Standard STAHR findet speziell in der Ferienhotellerie Anwendung und basiert auf der Grundlage eines einheitlichen Berichtswesens für die Branche. Mit dem Kennzahlen-Check für die Gastronomie als Benchmarkvergleich wollen wir den Betrieben die Möglichkeit bieten, sich auf einfache Weise mit anderen Marktteilnehmern zu vergleichen“, fasst Sonja Rauch-Beran von der ÖHT zusammen. 
 
Die Kennzahlen des Gastro-Fitness-Checks sind in verschiedene Blöcke wie Wareneinsatz (in Prozent des Umsatzes), Mitarbeiteraufwand, Energie, operatives Betriebsergebnis, Umsatz je Mitarbeiter u.v.m aufgeteilt. Anhand von Tabellen lässt sich dann leicht die eigene Performance bestimmen. Nähere Infos zum Fitness-Check Gastronomie finden sich zum Herunterladen unter „Fitness-Check für die Gastronomie“.

Prodinger Tourismusberatung
Thomas Reisenzahn
t.reisenzahn@prodinger.at

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Dienstag, 13. September 2022

Investoren setzen weiter auf Berghotels

Die Nachfrage nach Ferienhotels in den Alpen ist ungebrochen. Viele Um- und Neubauprojekte befinden sich in der Pipeline. Gleichzeitig ist die Branche mit neuen Herausforderungen konfrontiert. 

Trotz schwieriger Voraussetzungen (Energiekrise, Corona) und sonstiger Widrigkeiten (hohe Baukosten, steigende Zinsen) bleiben heimische Hoteliers und Hotelentwickler optimistisch für 2023. Es werden neue Konzepte und Entwicklungen geplant und umgesetzt. Für den urbanen Raum erwarten Projektentwickler nur ein bescheidendes Wachstum, weshalb sie verstärkt nach günstigen Möglichkeiten in den Alpen Ausschau halten. Experten der Firma Prodinger, die rund 500 Hotelbetriebe in den Bereichen Steuerberatung, Tourismusberatung und Wirtschaftsberatung betreuen, können bestätigen, dass es der Ferienhotellerie trotz der abermals schwierigen Ausgangslage vor der Wintersaison 2022/23 relativ gut geht. Allerdings sind Betriebe in Top-Lagen, die sich für Neuentwicklungen eignen, in den führenden Ferienregionen rar gesät. Baugenehmigungen und laufende Änderungen erschweren Neubauprojekte. Die Flächeneffizienz leidet unter hohen Baukosten und fehlenden Mitarbeitern. Ebenfalls herausfordernd ist der Umstand, dass sich Finanzierungen und Förderungen künftig nach der Immobilien-Effizienz richten. Einen Umbruch wird es bei Restaurants und Food-Konzepten in der Ferienhotellerie geben. Die gute alte 4-Gang-Halbpension hat ein Ablaufdatum. Dies macht neue Restaurants notwendig. In vielen klassischen Ferienhotels überlegt man, die Dienstleistung zu reduzieren und auf Serviced Apartments auszuweichen.

Anlage- und kapitalintensiv

Ein Zwanzig-Jahre-Vergleich zeigt, dass Hotelbetriebe bis Ende 2020 hohe Investitionen getätigt haben. Die Betriebsleistung (GOP) hinkte im selben Zeitraum hinterher. Die auch in der Corona-Zeit fortgesetzten Neu- und Umbauten lassen sich einerseits mit der Investitionsprämie und andererseits aus der langen Projektvorlaufzeit erklären.

Revitalisierung von Hotels 

Ein Trend, der sich nächstes Jahr noch verstärken dürfte, ist die Revitalisierung und Neuausrichtung bestehender Immobilien in der Ferienhotellerie. Ein gutes Beispiel für eine dieser Konzeptionen ist das TRIFORÊT alpin.resort in Hinterstoder, das am 1.Dezember 2023 eröffnet und vom Hotelbetreiber arcona Hotels & Resorts geführt wird. Es wird auf ein 365-Tage-Konzept ausgerichtet. Der Altbestand stammt vom Berghotel Hinterstoder aus den 1960er Jahren. Dieses war aufgrund eines Investitionsrückstandes am Ende seines Produktlebenszyklus angelangt, sodass eine vollständige Revitalisierung unumgänglich wurde. TRIFORÊT alpin.resort wurde verkauft und neu entwickelt.

„Nutzung statt Besitz“

Weitere spannende Projektentwicklungen wird es 2023 unter dem Motto „Nutzung statt Besitz“ geben. Die bekannte Problematik von Freizeit- und Zweitwohnungs-Eigentum führt zu einem Boom bei der temporären Nutzung alpiner Immobilien. Hier wird der Hospitality-Bereich eine größere Rolle spielen, sagt Thomas Reisenzahn, GF der Prodinger Beratungsgruppe. In Ferienregionen greifen auch neue Formen wie „Best Ager Hotels“ für Junggebliebene im dritten Lebensabschnitt. Neue Formen, die mit Anlagemöglichkeiten verbunden sind.

Alternative Beherbergungsformen wie Tiny Houses, Glamping, Baumhäuser oder Chalets werden 2023 weiterhin an Bedeutung gewinnen und das touristische Angebot in Ferienregionen erweitern.

Immobilienbranche trifft sich beim „Prodinger Summit 2023“

Der Prodinger-Summit in Kitzbühel hat sich zum touristischen Immobilien-Branchentreff entwickelt. Das nächste Gipfelgespräch geht am 11. Mai 2023 in Kitzbühel über die Bühne. Entscheider aus der alpinen Hotelimmobilien-Wirtschaft und der Hotellerie treffen einander in der Gamsstadt, um über den unübersehbar gewordenen Boom der alpinen Ferienhotellerie vertieft zu diskutieren.

Die Bautrends in der Hotellerie finden Sie hier.

Prodinger Tourismusberatung
Thomas Reisenzahn
Geschäftsführer
+43 1 890 730 9
t.reisenzahn@prodinger.at

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Montag, 18. Juli 2022

Klare Sicht statt Blindflug für Österreichs Ferienhotellerie!

Die Bedeutung von Kennzahlen bei der Steuerung von Hotels wird immer wichtiger – Ferienhotels können dank T.A.I. Analytics erstmals ersehen, wo ihr Unternehmen im Vergleich zum Branchendurchschnitt steht.
 
Noch nie zuvor gab es in Österreichs Ferienhotellerie ein aktuelleres Bild über die ökonomische Entwicklung der Branche, als in den soeben fertiggestellten T.A.I. Analytics powered by Prodinger und ÖHT (Österreichische Hotel- und Tourismusbank). Möglich macht dies u. a. der von der ÖHT erstellte „Kennzahlen 6-Pack“: Sechs Kennzahlen, aufgegliedert auf die Bereiche 4- und 5-Sterne-Betriebe sowie 3-Sterne-Hotellerie geben Auskunft über Trends und Entwicklungen 2019 und 2020 sowie erste Tendenzen für 2021.
 
Basis für die aktuelle Ausgabe von T.A.I. Analytics bilden zwei Vorträge vom „Prodinger-Summit“ der Prodinger Tourismusberatung von Ende Mai 2022:

  • Die „Performance der Ferien- und Resorthotellerie“ von Dr. Manfred Schekulin, Partner und Geschäftsführer der Prodinger & Partner Steuerberatung
  • Der Wert des Hotels“ von MMag Matthias Matzer, Geschäftsführer der ÖHT.

 Einen weiteren wichtigen Beitrag der T.A.I. Analytics bildet der erstmals erstellte „Kennzahlen 6-Pack“ der ÖHT inklusive erster Trends für 2021.

Thomas Reisenzahn, Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung, und Matthias Matzer, Geschäftsführer der ÖHT: „Die Bedeutung von Kennzahlen bei der Steuerung eines Hotelbetriebes ist unumstritten. Die kommenden drei Jahre erfordern dabei erhöhte Wachsamkeit.
 
Abgerundet werden die T.A.I.-Analytics durch ein Interview mit Thomas Reisenzahn und Matthias Matzer. Die beiden gehen dabei auf das Thema Kennzahlen ebenso ein, wie auf heikle Bereiche der Ferienhotellerie, angefangen von der Eigenkapitalproblematik über extrem steigende Energiekosten und den akuten Personalmangel, bis hin zu den großen Fragen der Betriebs-Nachfolge. 
 
Bestellt werden können die T.A.I. Analytics (36 Seiten, Preis: 90 Euro zzgl. 10 % MWSt.) ab sofort unter verlag@tai.at

Thomas Reisenzahn
Geschäftsführer Prodinger Tourismusberatung
+43 1 890 730 9
t.reisenzahn@prodinger.at

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Mittwoch, 22. Juni 2022

Prodinger im Tourismusausschuss des Nationalrats: Aktuelle Vorschläge zur Absicherung von Tourismusbetrieben

Die zurückgewonnene Reisefreiheit und das Aufholpotential haben eine Erholung im Tourismus bewirkt und die Konjunktur und damit die heimische Leistungsbilanz gestützt. Die Wirren des aktuellen Weltgeschehens lassen allerdings unsichere Zeiten befürchten.

Viele Tourismusbetriebe haben in der Corona-Krise und mit dem Krieg in der Ukraine ihre Sicherheit in Planung und Betriebsführung verloren. Und derzeit ist nicht abzusehen, wann die Betriebe diese zurückerlangen können.

Nach dem holprigen Winter-Saisonstart konnte sich die Branche im Februar und März 2022 langsam erholen. Die positive Entwicklung wurde allerdings durch den Krieg in der Ukraine gedämpft. Seit März spürt die Branche den Rohstoff-Preisschock, Angebotsengpässe, Energiepreissteigerungen und Mitarbeiterknappheit.

Daher gilt es, die finanzielle Situation der Unternehmen durch Stärkung der Eigenkapitalbasis rasch zu verbessern. Dies ist einer der zentralen Vorschläge zur Absicherung von Tourismusbetrieben, die Thomas Reisenzahn, Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung, Mittwoch Nachmittag anhand eines von Prodinger erarbeiteten Thesenpapiers dem Tourismusausschuss des Nationalrates präsentierte.

„Eigenkapital-Stärkung“, das Gebot der Stunde!

Viel Eigenkapital wurde in den letzten zwei Jahren verbrannt. Und dies in einer Branche mit von Haus aus schwachem Eigenkapital (13,7 % in der Hochkonjunktur!). 2021 hat die Eigenkaptalquote bei kleinen bis mittleren Betrieben nach Beobachtungen der Prodinger Beratungsgruppe weiter abgenommen. Bei mittleren bis großen Betrieben war die Quote sogar noch stärker rückläufig. Eine niedrige Eigenkapitalquote, gepaart mit einem hohen Fixkostenanteil bei gleichzeitig hoher Investitionsintensität und steigenden Betriebskosten, senkt die Krisenfestigkeit! Bei vielen Betrieben müsste eigentlich schon das Reorganisationsverfahren (URG-Gesetz) greifen (Eigenkapital unter 8 %).

Die Eigenkapitalquoten der österreichischen Unternehmen werden sich in den nächsten Monaten daher nicht verbessern. Das Bilanzbild wurde oftmals so negativ verändert, dass eine strukturell sinnvolle Betriebsnachfolge nicht mehr möglich erscheint. Deshalb wäre eine Stärkung gerade jetzt ein Überlebenselixier“, betonte Reisenzahn in seinem Vortrag. Das geringe Eigenkapital ist zum Teil durch niedrige Buchwerte der Hotelliegenschaft bei erheblichen stillen Reserven bedingt. „Aufgrund der Tatsache, dass in den Bilanzen Buchwerte dargestellt werden, entspricht die Darstellung oft nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Ganz besonders nicht, wenn die Betriebe bzw. der Besitz schon lange in Familienhand sind“, ergänzte Reisenzahn.

Aufwertung auf den Verkehrswert

Eine Aufwertungsoption auf den Verkehrswert der Liegenschaften sollte unbedingt eingeführt werden. Damit ließen sich richtigere Werte in den Jahresabschlüssen darstellen. Hier schlägt Prodinger eine befristete Übergangsregelung bis 31.12.2023 vor, wonach das Vermögen mit dem Viertel-Steuersatz begünstigt aufgewertet werden kann und die Bilanzen das echte Eigenkapital aufweisen. Dies würde die Bonität stärken und langfristig die Abschreibungsbasis erhöhen!

Betriebsübergaben

Für die vielen anstehenden Betriebsübergaben wäre eine solche Aufwertungsoption eine wesentliche Erleichterung. Ähnlich dem Abschmelzmodell der deutschen Erbschaftsteuer sollte die Steuerbelastung aus der Aufwertung überhaupt wegfallen, wenn der Betrieb zumindest 7 Jahre vom Nachfolger fortgeführt wird.

Praktikable Beispiele aus dem Ausland, Vorteile für die Mitbewerber

Eine Aufwertungsmöglichkeit des Anlagevermögens (materielles, immaterielles AV, Beteiligungen) gibt es in mehreren Ländern. Insbesondere in Italien konnte durch eine solche Möglichkeit die Hotellerie in Südtirol gestärkt werden. Für die italienischen Hotels ist eine Aufwertung möglich und für die steuerliche Anerkennung ist sogar keine Ersatzsteuer zu leisten. Erhöhte Abschreibungen können bereits im Jahr der Aufwertung steuerlich geltend gemacht werden.

Betriebliche Exit-Szenarien steuerlich ermöglichen

Eine Betriebsaufgabe ist oft mit hohen steuerlichen Belastungen verbunden (Versteuerung stiller Reserven etc.), sodass Betriebe am Ende ihres Lebenszyklus nicht mehr marktfähig sind und noch jahrelang fortgeführt werden. Diese Betriebe unterbieten gesunde Hotels preislich massiv und beeinträchtigen somit die ganze Destination negativ. Der Prodinger-Vorschlag sieht eine befristete Regelung vor, die zur notwendigen Strukturbereinigung eine steuerfreie Betriebsaufgabe bis 31.12.2023 ermöglicht. Dies stärkt die lebensfähigen Betriebe und verhindert Insolvenzen. Ab 1.1.2024 soll die Betriebsaufgabe mit einem Viertel-Steuersatz belastet sein (derzeit ist lediglich bei Steuerpflichtigen über 60 Jahren und kompletter Einstellung der Erwerbstätigkeit der halbe Einkommensteuersatz möglich).

Prodinger Tourismusberatung
Thomas Reisenzahn
t.reisenzahn@prodinger.at

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Montag, 23. Mai 2022

„Prodinger Summit“ und das große Interesse an alpinen Ferienhotels

Auf enormes Branchen-Interesse stieß der am 19. Mai in Kitzbühel abgehaltene „Prodinger Summit“ über neueste Entwicklungen in der alpinen Ferienhotellerie. 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich zu dem touristischen Immobilien-Gipfeltreffen eingefunden. Referate, Diskussionen und Publikumsfragen standen auf hohem Niveau. Generell bemerkenswert ist das große Investoren-Interesse. Wobei sich zeigt, dass individuelle Hotelbetreiber den Bereich wesentlich offensiver ins Auge fassen als institutionelle Großinvestoren.

Noch besteht der alpine Hotel-Markt zu 71 Prozent aus familiengeführten unabhängigen Hotels. Tendenziell fassen jedoch immer mehr Marken internationaler Hotelkonzerne (etwa Dorint, Arcona und Kempinski) sowie nationale Hotelgesellschaften (wie AlpenParks, Alps Residenz, Vaya) in Österreichs Bergwelt Fuß. Viele Player im Alpenraum meldeten sich beim ganztägigen Summit mit interessanten Aussagen zu Wort. So meinte Alexander Winter, arcona Hotels & Resorts, der mit dem Verkauf des Portfolios an Vienna House 2019 konkret zur „Stadtflucht“ angesetzt hatte, es sei „sinnlos, Konzepte, die in der Stadt funktionieren, einfach über Ferienhotels zu stülpen.“ Yannick Wagner führt Accors breiten „Markenstrauß“ ins Treffen: „Ein Jo&Joe kann ich mir als Berghotel durchaus vorstellen, ein Novotel weniger“. Für die neu aufgestellte Dorint (DHI)-Gruppe stellt Kitzbühel den Startpunkt dar. „Damit wird die Marke im Leisure-Segment wieder zum Thema. Entscheidend war für uns, ein Produkt zu schaffen, das ganzjährig optimal funktioniert. Schon allein um den Mitarbeiter-Markt im Griff zu haben“. Jörg Böckeler sprach damit ein Thema an, das alle Vertreter der internationalen Ketten beschäftigt. Denn ganzjährig Gäste zu empfangen hat für Neueinsteiger in den alpinen Markt oberste Priorität. 

Manfred Schekulin, Steuerberater aus dem Hause Prodinger, präsentierte Benchmarks von 16 österreichischen Tophotels, deren GOP im Schnitt bei 28 Prozent vom Umsatz liegt und die pro Zimmer 1,3 Mitarbeiter beschäftigen. Relativ gering ist die Schwankungsbreite bei den Kosten pro Mitarbeiter (im Schnitt 37.000 Euro), beachtlich der Umsatz pro Zimmer, der bei Stanglwirt und Stock-Resort über 200.000 Euro im Jahr erreicht. „Im Schnitt liegt die AfA bei einem Viertel der Investitionen. Es wird also wesentlich mehr investiert als abgeschrieben“, zeigte Schekulin die enorme Qualitätsbereitschaft auf. 

Investoren haben während Corona viel Geld eingesammelt. Das mag eine Ursache dafür sein, dass Investorenmodelle wie Buy-2-let bei zahlreichen Projekten der jüngsten Vergangenheit genutzt werden. Rund um diese Thematik entbrannte die erwartet heiße Diskussion. Die erfolgreichen Platzhirsche dieses Segments, Gerhard Brix, Alps Resort, und Stefan Rohrmoser, AlpenParks, konnten das Funktionieren des Modells über Jahrzehnte belegen. Gerade wenn Infrastrukturen, wie Restaurant und Rezeption, im Besitz des Entwicklers verbleiben, sei der Hotelbetrieb langfristig garantiert.

Wie mehrere Diskussionen und Vorträge deutlich machten, ist die Finanzierung kein Problem, wenn sich engagierte Hoteliers mit neuartigen Konzepten exakt am Trend der Zeit orientieren. Architektur und Design spielen dabei eine dominierende Rolle. Wie das Beispiel Bad Gastein zeigt, können Emotionen und neue Finanziers der heimischen Hotellerie entscheidende Impulse verleihen. Abschließend wurde nicht unerwähnt gelassen, dass wegen ungesicherter Betriebsnachfolge in den nächsten Jahren hunderte Hotels auf den Markt kommen dürften.

Prodinger Tourismusberatung
Thomas Reisenzahn
+43 1 890 730 9
t.reisenzahn@prodinger.at

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Mittwoch, 27. April 2022

Erstaunlicher Run auf die alpinen Ferienhotels

Projektentwickler und Investoren haben die Ferienhotellerie verstärkt ins Auge gefasst. Zumindest 50 Neu- und Umbauprojekte sind aktuell im Alpenraum in der Pipeline. „Das ist die Dimension, die in den vergangenen Monaten allein über unsere Schreibtische gegangen ist. Natürlich gibt es noch viele andere Projekte – und ebenso selbstverständlich werden keineswegs alle realisiert“, weiß Thomas Reisenzahn, Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung.

Familiengeführte Hotels bestimmen noch das Bild

Noch besteht der alpine Hotel-Markt zu 71 Prozent aus familiengeführten unabhängigen Hotels, wobei tendenziell immer mehr Marken internationaler Hotelkonzerne (etwa Dorint und Kempinski) sowie nationale Hotelgesellschaften (wie AlpenParks, Alps Residence, VAYA, PURE Resorts) in Österreichs Bergwelt Fuß fassen. Bemerkenswert ist das Investoren-Interesse auch vor dem Hintergrund betriebswirtschaftlicher Kennzahlen, die belegen, dass die Ertragsperspektiven für Hotels nach zwei Corona-Jahren alles andere als besser geworden sind. Es stellt sich die Frage: Wächst das Interesse von Projektentwicklern an Ferienhotels nur, da es in der Stadt noch weniger zu verdienen gibt? Das ist einer der Aspekte, die von einer ausgesuchten Schar an Projektentwicklern, Investoren und Betreibern im Rahmen des Prodinger-Summit diskutiert werden wird. Konkret werden Jörg Böckeler (DHI Dorint Hospitality & Innovation), Yannick Wagner (ACCOR), Markus Lück (12.18 Hotel Collection) und Alexander Winter (arcona Hotels & Resorts) analysieren, warum manch etablierte Hotelgruppierung zur „Stadtflucht“ antritt.

Der Unternehmer unternimmt, doch der Gast investiert

Wobei Investoren: Das ist bei vielen der vorliegenden Projekte nicht das Finanzkapital, das dicke Kohle herankarrt. Immer häufiger stellen Projektentwickler, die nach Abschluss der Bauphase teilweise auch als Betreiber agieren, kurzfristig über Banken das Kapital auf. Langfristig gilt: Der Unternehmer unternimmt, aber der Gast investiert. Diesen Buy2let-Modellen wird in Kitzbühel speziell eine eigene Diskussionsrunde gewidmet, bei der mit Alps Resorts-CEO Gerhard Brix und Mag. Stefan Rohrmoser (AlpenParks) führende Exponenten dieses Genres am Tisch sitzen. Weil diese Finanzierungsform oft zu Unrecht mit der Schaffung verpönter Freizeitwohnsitze gleichgesetzt wird, wird es am Podium mit Rechtsanwalt Dr. Harald Vill und dem Tiroler Raumplaner DI Andreas Falch durchaus konfrontativ zur Sache gehen. 

Neue, hochqualitative Einheiten in die Bergwelt zu stellen ist eine Sache. Doch egal ob von Privathoteliers, Kettenbetrieben, ob klassisch von der Bank oder alternativ über Buy2let finanziert, die Objekte dürfen nicht am Markt vorbei errichtet werden. Deshalb werden am touristischen Immobilien-Branchentreff in Kitzbühel auch die Gästetrends von hervorragenden Referenten und Diskutanten in Augenschein genommen. Die Präsentation einer Integral-Studie wird den gesellschaftlichen Background abbilden, dazu gewähren Hotels mit innovativen Ansätzen – vom tiny house bis zum Baumhotel - Einblick in ihre Best Practices. Wobei zusätzlich die Architekten DI Ike Ikrath (Bad Gastein) und Arch. Mag.arch. Erich Bernard (BWM) am 19. Mai ihre Sicht auf zukunftsorientierte Berghotels offenlegen.

Innovatives Hotel und Destination im Wechselspiel

Oft schafft es ein einzelnes Hotel selbst zur Destination zu werden, doch nur selten (er)schafft eine Destinationsstrategie ein Hotel. Im Gegenteil: Häufig agieren von etablierten Hoteliers geführte Gemeinden und Verbände gegen potenzielle Mitbewerber, obwohl diese in aufwändig erarbeitete Tourismusstrategien durchaus passen würden. Aus beiden Ebenen werden am Prodinger-Summit in Kitzbühel dazu Schilderungen kommen, unter anderem von Florian Werner, dessen Hospiz am Arlberg aktuell in Partnerschaft mit der Soravia-Gruppe neu erfunden wird.

Folgende Experten und Referenten erwarten Sie am Prodinger-Summit:

  • Arch Mag.arch. Erich Bernard, BWM Architekten
  • Jörg Böckeler, DHI Dorint Hospitality & Innovation
  • Gerhard Brix, Alps Resorts
  • Helene Bugl, Limehome
  • Magnus Busch, GOAR Real Estate Innovation Hub
  • Dipl.-Ing. Andreas Falch, Ingenieurkonsulent für Raumplanung und Raumordnung
  • Landtagsabgeordneter Mag. Mario Gerber, WK Tirol Obmann Tourismus und Freizeitwirtschaft
  • Silvia Gschösser & Markus Rist, Hotel Mari Pop
  • Marco Höglinger, Awayo
  • Dipl.-Ing. Ike Ikrath, Architekt und Hotelier, Hotel Miramonte (Bad Gastein)
  • Markus Lück, 12.18. Hotel Collection
  • MMag. Matthias Matzer, Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT)
  • Alexandra Mossakowski, INTEGRAL Markt- und Meinungsforschung
  • Mag. Stefan Rohrmoser, AlpenParks
  • Johannes Schopf, MSc. (WU), Baumhotel Kopfing
  • Mag. Josef Schwaiger, Hotel SEPP, Familienhotel TaNte FriDa
  • Dr. Harald Vill, Vill Partner Rechtsanwälte
  • Yannick Wagner, ACCOR
  • Alexander Winter, arcona Hotels & Resorts
  • Florian Werner, Das Hospiz am Arlberg

Moderation: Mag. Tarek Leitner, ORF

Zeit und Ort:

Donnerstag, 19. Mai 2022, 10.00 bis 16.45 Uhr
Hotel Rasmushof Kitzbühel
Hermann Reisch Weg 15 6370 Kitzbühel

Anmeldung unter: www.prodinger-tourismusberatung.at

19.05. - Der Run auf die alpinen Ferienhotels

Entscheider aus der alpinen Hotelimmobilien-Wirtschaft und der Hotellerie treffen einander am 19. Mai in Kitzbühel zum Gipfelgespräch. Thema unter der Moderation von ORF-Anchorman Tarek Leitner ist der unübersehbar gewordene Boom der alpinen Ferienhotellerie.

Datum: 19.05.2022, 10:00 - 16:45 Uhr

Ort: Hotel Rasmushof
Hermann Reisch Weg 15, 6370 Kitzbühel, Österreich

Url: https://bit.ly/3wzmRJG

Prodinger Tourismusberatung
Thomas Reisenzahn
+43 1 890 730 9
t.reisenzahn@prodinger.at

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Mittwoch, 06. April 2022

Preiserhöhungen sind alternativlos

Der enorme Kostendruck stellt die Hotellerie schon lange vor Herausforderungen. Neu hinzu kommt eine durch Lieferengpässe und Rohstoffpreise ständig steigende Inflationsrate. Für den März rechnet die Statistik Austria im Vergleich zum Vorjahresmonat gar mit einer Teuerung von 6,8 Prozent. Diese Steigerungen will der ÖGB auch in den Kollektivvertragsverhandlungen abgegolten wissen.

Zur Stützung der volatilen Konjunktur benötigte man weiterhin ein tiefes Zinsniveau, um die Teuerung zu bremsen hingegen genau das Gegenteil. Mit einem Wort: Der Hotelbranche stecken die Corona-Pandemie und die neuen Unsicherheiten tief in den Knochen.

Preis wichtigster Faktor bei Reiseentscheidung?

Laut aktueller Umfrage der Österreich Werbung ist die Preisentwicklung heuer der relevanteste Faktor in der Urlaubsplanung. Dahinter folgen politische Unsicherheiten (Stichwort Ukraine) und die Corona-Pandemie. Das Bedürfnis nach Reisen sei aber generell hoch und die Menschen sehnten sich nach einer Auszeit in der Natur.

Dass der Preis das Entscheidungskriterium Nummer 1 sei, ist eine neue Erkenntnis. Gerade im touristischen Online-Vertrieb stand lange der gefühlte Wert, also ein durch Hotelbewertungen beeinflusstes Qualitätsbewusstsein, an erster Stelle bei der Reiseentscheidung. „Entscheidend bleibt das Preis- / Leistungsverhältnis. Wir müssen dem Gast weiterhin den Mehrwert emotional kommunizieren und die Preise angemessen hoch halten!“, betont Marco Riederer, Co-Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung.

Wer steigende Kosten nicht in der Preisgestaltung beachtet, schaufelt sich seine eigenen roten Zahlen!

Ein Blick auf die langsam zu Ende gehende Wintersaison 2021/2022 in Salzburg und Tirol macht deutlich, dass zwar die Preise im Vergleich zum Vor-Krisenniveau leicht gestiegen sind, die Auslastung aber hinterherhinkt und die Kosten gewachsen sind. Zusammen ergibt das weiterhin ein deutliches Minus, das sich sowohl im Gesamtumsatz pro zur Verfügung stehendem Zimmer (TRevPAR; Nov-Jan bereits minus 37,0 %) als auch im operativen Betriebsergebnis (GOP) niederschlägt.

Schon in ruhigen Zeiten lassen steigende Mitarbeiterkosten und Inflation die Erträge automatisch von Jahr zu Jahr schrumpfen. Jetzt, nach der Corona-Pandemie und in Zeiten drastisch steigender Energiekosten, wird es für die Betriebe endgültig gefährlich. Die Corona-Krise hat uns vor allem eines gelehrt: das Hauptaugenmerk sollte jetzt mehr denn je auf langfristige Ziele gelegt werden. Schlecht durchdachte kurzfristige Entscheidungen (wie panische Preisreduktionen) können dem Betrieb auf lange Zeit schaden. „Der Preis ist und bleibt die wichtigste Stellschraube im Revenue Management. Mir ist es lieber, die durchschnittliche Auslastung sinkt, als der Preis!“, hält Riederer fest.

Strategische Preisgestaltung

Eines steht fest: Die besten Preise bringen nichts ohne attraktive Sichtbarkeit, und das beste Onlinemarketing bleibt wirkungslos ohne die richtige Preisstrategie. Die größte Herausforderung im Hinblick auf die noch unsichere Sommersaison ist es, die richtige Strategie anzuwenden, um bei wieder stärker werdender Nachfrage das Optimum an Umsatz und Auslastung zu erzielen.

Wer seine Preisgestaltung strategisch angeht, wird daher immer auch Kostenentwicklungen und sich verändernde Preisuntergrenzen berücksichtigen. Er wird diese Daten in seine Zukunftsprognosen, die idealerweise in mehreren Szenarien geplant werden, einfließen lassen: Preissenkungen gehören auf dieser Basis der Vergangenheit an!

Wer heute seine Preise nicht im Griff hat, der wird sich morgen vielleicht schon keine Gedanken mehr darüber machen müssen!“, bringt es Riederer auf den Punkt.

Prodinger Tourismusberatung
Marco Riederer
m.riederer@prodinger.at

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Freitag, 25. März 2022

Der Prodinger-Summit im Zeichen der alpinen Ferienhotellerie: Wie entwickeln sich die Berghotels?

2022 blickten Hotelbetreiber in Österreich wieder optimistischer in die Zukunft. Die alpine Ferienhotellerie war im Jänner und Februar durchaus gut gebucht, das Wetter spielte mit und auch für den März sah die Buchungslage gut aus. Der Optimismus für eine langsame Erholung wurde durch den Überfall auf die Ukraine deutlich gedämpft. Die Abwärtsrisiken sind wieder kaum abschätzbar, für die Stadthotellerie sowieso. Fliegen ist wieder komplizierter und teurer geworden, Europa für Reisende aus Übersee „Kriegsgebiet“. Lieferengpässe und Rohstoffpreise treiben die Inflation rasant nach oben. Zur Stützung der volatilen Konjunktur benötigt man weiterhin ein tiefes Zinsniveau, um die Teuerung zu bremsen hingegen genau das Gegenteil. Die Energiekosten explodieren. Mit einem Wort: Der Hotelbranche stecken die Corona-Pandemie und die neuen Unsicherheiten tief in den Knochen.

Chancen und Herausforderungen

So lange der internationale Flugverkehr nicht wieder reibungslos läuft, so lange Kongresse und Messen auf wackeligen Füßen stehen und internationale Gäste die geografische Entfernung Österreichs zur Ukraine als zu gering einstufen, haben die Stadt- und Kongresshotels keine sichere Perspektive. Dafür kann die Ferienhotellerie auf einen wiederum starken Binnen- und Nahbereichstourismus hoffen, was das schon länger bestehende Interesse von Investoren an der Ferienhotellerie weiter anheizt.

Deshalb hat sich die Prodinger Tourismusberatung zum Ziel gesetzt, diese Herausforderung und Chance von allen Seiten zu beleuchten. Sie hat hochkarätige Fachleute und Speaker aus verschiedenen Branchen gewinnen können, nach Kitzbühel zum „Prodinger Summit“ zu kommen, um mit fachkundigem Publikum die Trends und Herausforderungen in der Ferienhotellerie zu diskutieren: Privat- und Konzernhoteliers, Immobilienexperten, Steuerfachleute, Hotelarchitekten und CEOs internationaler Hotelgruppen. Es geht nicht nur um Finanzierungsmodelle, sondern auch um neue Beherbergungsformen wie Tiny Houses, Glamping, Baumhäuser, Wohnen auf Zeit in Best Ager Residenzen oder Workation. Auch das Thema Aus- und Umbau bestehender Strukturen wird beleuchtet.

Referentenliste

  • Jörg Thomas Böckeler, DHI Dorint Hospitality & Innovation
  • Gerhard Brix, Alps Resorts
  • Magnus Busch, GOAR – Real Estate Innovation Hub
  • Dipl.-Ing. Andreas Falch, Ingenieurkonsulent für Raumplanung und Raumordnung
  • Susanne Friedrich, Deutsche Hospitality
  • Landtagsabgeordneter Mag. Mario Gerber, WK Tirol Obmann Tourismus und Freizeitwirtschaft
  • Marco Höglinger, AWAYO
  • Dipl.-Ing. Ike Ikrath, Architekt und Hotelier
  • Markus Lück, 12.18. Hotel Collection
  • Dir. MMag. Matthias Matzer, Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT)
  • Alexandra Mossakowski, INTEGRAL Markt- und Meinungsforschungsges.m.b.H
  • Mag. Stefan Rohrmoser, Alpenparks
  • Johannes Schopf, Baumhotel Kopfing
  • Mag. Josef Schwaiger, Hotel SEPP, Familienhotel TaNte FriDa
  • Dr. Harald Vill, Vill Partner Rechtsanwälte
  • Alexander Winter, arcona HOTELS & RESORTS
  • Florian Werner, Das Hospiz am Arlberg

uvm.

Moderation: Tarek LeitnerORF

Zeit und Ort:

Donnerstag, 19. Mai 2022 10.00 bis 16.45 Uhr
Hotel Rasmushof Kitzbühel
Hermann Reisch Weg 15
6370 Kitzbühel

Anmeldung unter: www.prodinger-tourismusberatung.at

Prodinger Tourismusberatung
Thomas Reisenzahn
+43 1 890 730 9
t.reisenzahn@prodinger.at

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Dienstag, 01. März 2022

Die Zukunft der Hotelbuchung

Vor ziemlich genau einem Jahr (am 9. März 2021) hat Google mit der Abschaffung der Gebühren für Hotelbuchungslinks auch kleinsten Hotels die Listung auf google.com/travel ermöglicht. „Bis zu diesem Tage zeigte Google dort nur Preise an, wenn dafür auch bezahlt wurde. Dies nutzte vor allem OTAs und Metasuchmaschinen, die hier vermehrt bereit waren, die Klickpreise und Provisionen zu bezahlen“, hält Marco Riederer von der Prodinger Tourismusberatung fest. Die neuen Möglichkeiten wurden als Kurswechsel des touristischen Geschäftsmodells bei Google angesehen, denn seitdem ist die Listung mit den eigenen Preisen im Grunde für alle Betriebe offen.

Keine 365 Tage später kündigt Google den nächsten Umbruch an. Google wird die Möglichkeit „Book on Google“ für Hotels ab 25. Mai aufgrund der geringen Nutzung einstellen. Die Option wurde 2015 mit dem Ziel eingeführt, die Transaktionen für Hotels und OTAs zu erleichtern. Dies scheint nunmehr überholt und die Buchung selbst wird infolge dessen künftig nur noch (durch eine Schnittstelle) direkt auf der Hotelwebsite oder aber in einer der gelisteten OTAs möglich sein.

Google dürfte gemerkt haben, dass Gäste weiterhin eher auf den ihren vertrauten Seiten die Buchungen durchführten, seien es nun OTAs oder im besseren Fall die hoteleigenen Websites!“, hält Riederer fest. Dass sich Google nun wieder auf das Kerngeschäft „Suchen und Finden“ konzentriert und die Reservierungs- und Zahlungsinformationen für die Buchung weiterleitet, sei als positives Zeichen für die Branche zu werten!

Weg frei für mehr Direktbuchungen?

Gerade durch die Pandemie hat sich grotesker Weise eine große Chance aufgetan, von der Verunsicherung der Gäste zumindest in Bezug auf den prozentualen Anteil der Direktbuchungen (gemessen an den gesamten Buchungen) zu profitieren und den Anteil eben derer zu erhöhen. Urlaubsfreudige Gäste haben sich noch mehr Zeit genommen, um Informationen über potentielle Urlaubsorte und Hotels im Internet zu suchen. Im Fokus standen dabei neben lockeren Stornobedingungen vor allem die Themen Sicherheit und Hygienemaßnahmen. Gäste verbrachten (und verbringen immer noch) mehr Zeit online und recherchierten mehr als vor der Krise. Wenn diese dann auf der Hotelwebsite landen oder uns bereits kontaktieren, dann eröffnen sich große Chancen, diese auch zur Direktbuchung zu bewegen.

Bereits im August 2020 hat die Prodinger Tourismusberatung prognostiziert, dass die Verunsicherung der Gäste den Hotels eine realistische Chance eröffnet, durch Authentizität und aktive Kommunikation den Buchungsplattformen ein Schnippchen zu schlagen und den Direktbuchungsanteil zu erhöhen.

Direktbuchungen währen der Pandemie im Aufwind

"Schön zu sehen, dass die Prognosen nun auch tatsächlich eingetreten sind, wie in einer aktuellen Studie von ÖHV und FH Westschweiz Wallis bestätigt wird“, fährt Riederer fort. Dies ist auch der durchgängige Tenor, wenn man mit Hoteliers spricht: „Gäste, die buchen, buchen vermehrt direkt!“
Österreich verhält sich in Bezug auf Direktbuchungen ähnlich wie die Schweiz. In beiden Ländern konnte während der Pandemie eine Trendumkehr hin zu mehr Direktbuchungen und weniger OTA-Buchungen beobachtet werden Vergleich zur Situation vor der Pandemie.

Einen wichtigen Anteil bei Direktbuchungen nehmen die Stammgäste ein. Rund 30% der Stammgäste buchen zu 100% direkt und nur ca. 10% der Stammgäste nutzen fast ausschließlich OTAs für die Buchung.

Der Weg zur Direktbuchung

Hoteliers sollten die Gelegenheit nutzen, um Ihre Vertriebs- und Preisstrategie zu überprüfen. Denn wenn der Mehrwert der Direktbuchung nicht klar ersichtlich ist, dann bleibt die Verlockung der OTAs sehr stark. Die Prodinger Tourismusberatung analysiert die bestehende Preis- und Vertriebsstrategie von Hotelbetrieben und erarbeitet gemeinsam mit dem Betrieb eine zukunftsfitte Strategie mit klaren Handlungsaufforderungen.

Unter einer Direktbuchung versteht man die Buchung eines Hotelaufenthaltes über die hoteleigenen, direkten Kanäle. Dass Direktbuchungen in der Regel sowohl Vorteile für Gäste als – vor allem – auch für die Gastgeber haben, liegt auf der Hand. Hoteliers stehen ständig vor der Herausforderung, wie sie für den eigenen Betrieb mehr Direktbuchungen und bessere Preise erzielen können.

Prodinger Tourismusberatung
Marco Riederer
+43 1 890 730 9
m.riederer@prodinger.at

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Dienstag, 14. Dezember 2021

Smarte Antwort auf Fachkräftemangel in der Küche

Die Belieferung mit qualitativ hochwertigen Speisen – wie zum Beispiel in Tirol durch die neuen „Produktionsküchen“ - löst eines der größten Küchenprobleme: den Mangel an qualifizierten Köchen. Aber auch der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) ist in der Küche im Vormarsch. Da ist das Münchner Hofbräuhaus ein echter Trendsetter: So kann man dem Fachkräftemangel professionell entgegenwirken. 

Der bereits vor der Gesundheitskrise herrschende Fachkräftemangel hat sich in der Hotellerie nochmals verschärft. Es wird immer schwieriger, kompetentes Personal aufzustellen.

Aber es gibt einen Lichtblick: es entstehen in Österreich immer mehr Produktionsküchen, die vor allem für die Privathotellerie die optimale Antwort auf den Küchen-Personalmangel sein können. Wie etwa die Produktionsküche in Jenbach, die sich extra auf die Belieferung von Hotels mit täglich frisch gekochten Gourmet-Speisen spezialisiert. Hotels können die Services je nach Bedarf in Anspruch nehmen und somit z. B. einem Personalnotstand an Feiertagen, bei Krankenständen oder Urlauben entgegenwirken.

Mit ihren exklusiven Trendreisen spüren die Gründerinnen der Geschäftsführer-Direktoren-Akademie (DiA), Elfriede Krempl und Tina Brandstetter, die originellsten Szene-Vorreiter auf, um Hotelgeschäftsführern und Direktoren zu demonstrieren, wie andere Betriebe sich den Herausforderungen stellen. Dieses Mal führte die Reise ins Vorzeige-Wirtshaus nach München, um sich gemeinsam mit den DiA-Teilnehmern von den neuesten technischen Küchen-Entwicklungen im Hofbräuhaus zu überzeugen.

Neue Technologien nutzen

Ein Betrieb wie das Hofbräuhaus bietet bis zu 3.500 Besuchern Platz. Pro Tag können rund 6.000 Gerichte über die Theke gehen. Trotzdem ist es jetzt dem Hofbräuhaus möglich, den Aufwand mit einem Drittel weniger Köche zu bewältigen. Dies dank einer externen Produktionsküche in der Nähe von München und Künstlicher Intelligenz (KI). Der Großteil wird zwar noch im Hofbräuhaus selbst gekocht, aber für eine effiziente Speisenfertigung kommen vorportionierte Produkte von einer externen Meisterköche-Produktionsküche. Dies ermöglicht dort familienfreundliche 9-5-Jobs. In der Hofbräuhaus-Küche selbst können ungelernte Kräfte eingesetzt werden.

Aus Daten lernen

Blindflug in der Gästefrequenz war gestern. Das ausgeklügelte KI-System des Hofbräuhauses wird mit Vergangenheit (Anzahl der Gäste, Umsatz) und Zukunft (Wettervorhersage, Veranstaltungen, Ankunftsdaten) gefüttert. Das Ergebnis: eine Vorhersage der Nachfrage nach einzelnen Gerichten mit 95%-iger Genauigkeit – und das 3 Tage im Voraus. Was für eine Erleichterung in der Mitarbeiter-Planung!

Auch Einkauf & Logistik bleiben schlank

Diese Planungsgenauigkeit schafft auch eine effizientere Einkaufspolitik. Das spart einerseits Lagerfläche, andererseits ist über ein vollautomatisiertes Warenwirtschaftsprogramm immer ein optimaler Überblick gegeben. Notwendige Produkte können rechtzeitig nachbestellt werden. Auf diese Art sind KI-Systeme auch für Hotels ein vielversprechendes Unterstützungstool. Es geht darum, möglichst viele Anwendungen zu verbinden und aus den erfassten Daten Handlungsempfehlungen abzuleiten. Vor allem in den Bereichen Einkauf, Service, Planung und Kontrolle ist Künstliche Intelligenz in der Lage, Betrieben unter die Arme zu greifen.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis solche Systeme in der Privathotellerie Einzug halten. Ein Hotelmanagement, das sich bereits heute mit den Möglichkeiten der neuen Technologien auseinandersetzt, kann rechtzeitig die Vorteile nutzen.


Über die Geschäftsführer-Direktoren-Akademie (DiA)

Die DiA bietet eine zusammenhängende, in sich geschlossene Ausbildung, in der alle relevanten Themen von Persönlichkeits-Entwicklung, Management und Führung abgedeckt sind. Ziel der DiA ist, erfahrenen Direktoren & Unternehmern (Altersdurchschnitt von 45 Jahren!) die Chance zu geben, in allen Bereichen der Betriebsführung nicht nur komplett up to date zu sein, sondern die Entwicklungen der nächsten 2 bis 3 Jahre in Bezug auf Automatisierung & Digitalisierung schon mit zu berücksichtigen. In 17 Präsenztagen – aufgeteilt in 6 Module – und mit ausgeklügelten E-Learning-Tools erlernen die Teilnehmer alle Schlüsselkompetenzen, die ein Manager heute braucht. Der nächste Lehrgang – DiA VII – startet im April 2022. Details zur DiA unter direktoren-akademie.at


Das Bild in druckfähiger Auflösung bitte hier downloaden. 

Prof. Elfriede Krempl
Generatio Hotel Management Consulting
Telefon: +43 664 53 459 53
e.krempl@generatio.at | www.generatio.at

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Donnerstag, 05. August 2021

Prodinger Trendreport: Nachhaltigkeit pfiffig umgesetzt

Dies ist Titel und Thema des neuesten Trendreports der Prodinger Tourismusberatung. Thomas Reisenzahn und Marco Riederer analysieren darin anhand praktischer Beispiele die Aktivitäten führender Hotelbetriebe rund um die in der Corona-Krise stärker denn je in den Blickpunkt geratenen Bereiche Natur und Nachhaltigkeit.

Zurück zum guten alten „Normal“? Sicher nicht im Tourismus!

Die Prodinger Tourismusberatung zeigt in ihrer breit angelegten Studie, was sich in der Hotellerie verändern muss und kann. Und zwar jenseits billiger Marketingtricks, welche die verschiedenen Angebote letztlich nur austauschbar machen.

Der Wertschöpfungsturbo Tourismus ist durch Covid längerfristig ins Stottern geraten. Wie kann die Hotellerie die (neuen) Herausforderungen meistern? Indem sie aus Herausforderungen Chancen macht!

Nachfolgend einige der Kernaussagen aus der 88 Seiten umfassenden Publikation, mit der die Prodinger Tourismusberatung die Serie ihrer bisher erschienen und gefragten Trendberichte fortsetzt.

1. Naturnahes Leben als sinnliche Erfahrung während eines Hotelaufenthalts

Oft stehen österreichische Hotels inmitten einer Naturidylle. Der Hotelier wohnt und lebt hier oft seit Jahrzehnten. Häufig sind mittelständische Hotelbetriebe aus alten Bauernhöfen entstanden. Der Hotelier bzw. die Hotelière verfügt also über ein generationenaltes Wissen, wie man mit der Natur lebt ohne sie zu zerstören. Dieses Wissen kann er oder sie an Gäste weitergeben. Der Hotelier befindet sich also beim achtsamen Umgang mit unserer Umwelt in einer Pole Position. Diesen Vorteil sollte er aktiv nutzen. Und damit auch seine Verantwortung ernst nehmen. Er kann eine Vorbildfunktion ausfüllen und zum Inspirator seiner Gäste werden. Fröhlich, spielerisch, nicht mit erhobenem Zeigefinger.

2. Geändertes Reiseverhalten vieler Menschen

Während der Coronakrise hatten viele Menschen Zeit zum Nachdenken. Sie wollen und werden wieder reisen – aber vermutlich anders, vermutlich langsamer. Weniger Einkaufstrips mit dem Flugzeug in die Hauptstädte dieser Welt, dafür häufiger Urlaub im eigenen Land ohne lange Anreisewege. Gäste werden das Einfache, Unverfälschte suchen, weniger den Hype und aufgeregte Showerlebnisse. Weniger Exotik, sondern Kontakt mit „Locals“. Sie wollen sich inspirieren lassen und etwas aus dem Urlaub für ihr Leben mitnehmen, Erlebnisse wie Brotbacken statt Bungeejumping, Schlafen unter dem Sternenhimmel statt Party bis in den Morgen.

Noch stärker werden sich Geschäftsreisen verändern: Man wird nicht mehr zu jeder Vertragsunterschrift und zu jedem Treffen um den Globus jetten, vieles wird sich weiter virtuell/digital abspielen. Dies betrifft vor allem die kleineren Meetings. Klassische Konferenz- und Businesshotels müssen ihr vertrautes Geschäftsmodell überdenken.

3. „Nachhaltigkeit“ wird zum neuen Geschäftsmodell

Nachhaltiger Ressourcenumgang spart Kosten. Ein glaubwürdiges nachhaltiges Konzept führt zu besserer Mitarbeiterbindung und einer vereinfachten Mitarbeiterakquise. Zufriedene Mitarbeiter steigern die Gästezufriedenheit. Gäste suchen verstärkt nachhaltige, grüne Angebote – auch im Urlaub. Darauf muss sich auch das F&B einstellen, es muss regionaler und saisonaler werden. Artgerechte Tierhaltung wird auf dem Teller zum Normalfall, Billigfleisch zu einem No-Go. Die höhere Wertigkeit wird von den Gästen mit der Bereitschaft, höhere Preise zu zahlen, belohnt.

4. Österreich als nachhaltige Musterregion weltweites Vorbild

Laut Sustainability-Ranking 2020 liegt Österreich neben den skandinavischen Ländern und Neuseeland ganz oben im Spitzenfeld. Diese Position sollte der österreichische Tourismus nutzen und ausbauen, fordert Philipp Blom, Historiker, Philosoph und Bestsellerautor im Interview mit Uta Gruenberger. Auch er warnt davor, einfach zum „Normal“ zurückzukehren. Nachhaltigkeit sollte zum USP des österreichischen Tourismus werden. Wir sollten radikal auf „Zero Carbon“ setzen und damit weltweit zum Trendsetter werden. Tourismus habe bisher eher zur Ressourcen-Verschwendung beigetragen. Dass es auch anders geht, könnte Österreich zeigen: „Wir können sehr wohl ein bisschen die Welt retten und trotzdem Geld verdienen. (...) Wir haben doch wirklich als reiche Menschen in reichen Ländern so viel Spielraum, unser Verhalten so zu ändern, dass es uns nicht wahnsinnig belastet, dem Planeten aber deutlich weniger schadet. Das muss man einfach einmal probieren. Gerade im Bereich der Dienstleistung wird das leider oft in vorauseilendem Gehorsam nicht versucht“.

5. Neue Macher, neue Ideen

Dass und wie so etwas geht zeigen heimische Architekten und Hoteliers, wie die Tiroler Architektin Monika Gogl mit ihrem Faible für Holz und naturnahe Materialien (z.B. im Wiesergut), die Hotelière Irene Auer mit ihrem Naturhotel Waldklause im Ötztal oder die Wiener Architekten BWM, die sich auf Gastronomie und Hotellerie spezialisiert haben und gerade das Hotel Straubinger in Bad Gastein revitalisieren.

Weitere Leuchttürme werden vorgestellt:

  • Naturhotel Forsthofgut in Leogang
  • Arosea Naturhotel im Ultental, Südtirol
  • Naturhotel Lüsnerhof, Lüsen, Südtirol
  • Naturhotel Leitlhof, Innichen, Südtirol
  • Biohotel Gralhof, Weissensee
  • Ruhehotel & Naturresort Rehbach, Tannheimer Tal

Chalethotels mitten in der Natur liegen voll im Trend. Hier kann sich der Urlauber zurückziehen und trotzdem die Annehmlichkeiten eines Hotelbetriebs nutzen. Auch dafür zeigt der Trendreport einige herausragende Beispiele.

Zuletzt stellt der Report auch neue Finanzierungsmodelle vor.

Eine Leseprobe aus unserem neuen Trendreport „Grüner wird’s nicht“ ist unter folgendem Link ab sofort zum Download verfügbar.

Grüner wird’s nicht | Prodinger Beratungsgruppe | Sommer 2021 | 88 Seiten
Gedruckter Report um € 89 zzgl. MwSt. unter tourismusberatung@prodinger.at

Prodinger Tourismusberatung
Thomas Reisenzahn
t.reisenzahn@prodinger.at

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Donnerstag, 25. März 2021

Mit neuen Ideen zu mehr liquiden Mitteln

Die Covid-19 Krise hat die betriebswirtschaftliche Basis der Hotel- und Tourismuswirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Hotelbetriebe sind gezwungen, auf ihr Eigenkapital zurückzugreifen. Fehlende Liquidität kann in der Regel nur durch den Bankensektor zur Verfügung gestellt werden. Dieser zeigt sich aufgrund der strengeren Anforderungen aber als sehr zugeknöpft. Auf der anderen Seite gibt es weltweit viele Menschen, die ihr Kapital sicher UND gewinnbringend anlegen möchten.

Neu: „Token“ als digitales Beteiligungsmodell

Für diese Zielgruppe hat in jüngster Zeit - neben anderen Finanzierungsmodellen wie Buy-to-use-and-let, Fractional ownership (Anteilsbesitz) und dem herkömmlichen Crowdfunding - eine Weiterentwicklung des Crowdfundings international an Bedeutung gewonnen: Die Ausgabe von Token auf Grundlage der Blockchain-Technologie.

Der jüngste Trend geht zur Tokenisierung von Immobilien“, erklärt dazu der Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung, Thomas Reisenzahn: „Der Zweck der Tokenisierung einer Immobilie ist es, dem Eigentümer zu ermöglichen, sich jederzeit schnell und unkompliziert liquide Mittel durch die Ausgabe von Token zu beschaffen. Der Vorteil aus Sicht der Token-Käufer: Token sind unmittelbar und weltweit auf einer öffentlich zugänglichen Plattform in sehr kleiner Stückelung handelbar. Man erwirbt einen Anspruch auf den Cashflow einer Immobilie“.

Technischer Hintergrund: Die Blockchain-Technologie

Vor wenigen Jahren noch ein Schlagwort für Eingeweihte, hat sich diese Technologie durchgesetzt. Sie beruht auf einem dezentralen Datenhaltungsnetzwerk, an dem prinzipiell jeder teilnehmen kann. Das Protokoll dieses Netzwerks kontrolliert bei jeder Transaktion, z.B. der Übertragung von Token, ob diese Übertragung zulässig ist. Damit funktioniert die Blockchain wie ein Handelsregister. Beim Handelsregister achtet ein Richter darauf, dass alles korrekt verläuft. In der Blockchain ist es das Netzwerk. Der Algorithmus überprüft alle Transaktionen – fälschungssicher, nicht manipulierbar. Darum eignet sich die Blockchain besonders als Sicherungsinstanz und dient als Grundlage für Krypto-Assets.

Token - weit weniger volatil als Bitcoin

Im vorgestellten Beteiligungsmodell funktioniert der Token wie eine andere Form einer Beteiligung oder einer Aktie. Sein Wert hängt vom Unternehmen und dem Wert des Hotels bzw. der Hotelimmobilie ab. Er ist also weit weniger volatil als etwa ein Bitcoin. Wichtig ist, dass sämtliche Transaktionen ohne Mittelsmänner und aufwendige Prozesse abgewickelt werden können. „Mit der Tokenisierung können Finanzierungen schnell und einfach umgesetzt werden. Im Rahmen einer Tokenemission wurden in den USA ca. 20% der Anteile der Gesellschaft ‚Aspen Digital Inc.‘ des St. Regis Aspen um 18 Millionen USD an ein internationales Investorenpublikum verkauft.“ Georg Brameshuber, Geschäftsführer von SimplyTokenized.

Die Token GmbH, ein österreichisches Beteiligungsmodell entwickelt von starken Netzwerkpartnern

Die „Token GmbH“ basiert auf einer österreichischen GmbH. Im Mittelpunkt des Modells steht die Tokenisierung im Zusammenhang mit GmbH-Anteilen als eine neue Form der Unternehmensfinanzierung zur Stärkung des Eigenkapitals.

So erfolgt die Tokenisierung:

  • Eigentümer übergeben den zu tokenisierenden Anteil (z.B. 10%) einem Treuhänder (Rechtsanwalt).
  • Token repräsentieren Eigenkapital: Anspruch auf die Gesellschafterstellung wird durch Eintragung in das DLT-Register/Blockchain aufgezeichnet.
  • Die Gesellschaft emittiert Token gegen Leistung eines Zeichnungspreises.
  • Der Treuhänder übernimmt gegenüber Investoren die gesellschaftsrechtliche Übertragung der GmbH-Anteile, die Ausschüttung des jährlichen Ertrages und die Wahrung der Gesellschafterrechte.
  • Token sind frei übertragbar; es ist kein Notariatsakt notwendig.
  • Der Eigentümer kann Token auch in mehreren Tranchen ausgeben.
  • Die Prodinger Tourismusberatung prüft die Hotelbetriebe betriebswirtschaftlich und vergibt eine Art Siegel. Damit erhält der Investor die Sicherheit, dass in einen Betrieb mit Zukunft investiert wird.
  • Stammgäste wissen oft sehr genau, wie ihr Lieblingshotel aufgestellt ist, auch wenn sie keinen Einblick in die Bücher bekommen. Sie kennen die Atmosphäre im Haus. Sie können mit Mitarbeitern „informell“ sprechen. Sie wissen, wie sich der Betrieb in den letzten Jahren entwickelt hat. Sie kennen das Umfeld, also das Potenzial der Region.
  • Auch Nachbarn und andere lokale Stakeholder kennen die Eigentümer/Betreiber des Hotels. Das Ganze ist kein abstraktes Geschäft, sondern hat etwas von Handschlagsqualität.

Dadurch können folgende Ziele erreicht werden:

  • Erhöhte Eigenkapitalausstattung: Die Finanzierung durch Token stellt wirtschaftlich die Aufnahme von frischem Eigenkapital dar.
  • Standardisierung: Übertragung, Tausch und Handel sind möglich; Investoren sind daher flexibel und nicht an das Unternehmen gebunden.
  • Rechtssicherheit: Jede Transaktion wird im DLT-Register/Blockchain eingetragen; das gewährleistet Sicherheit.
  • Digitalisierung: Die gesamte Struktur kann digital abgewickelt werden, ohne physische Präsenz; dies erlaubt eine internationale Investorenansprache.
  • Das Modell ermöglicht eine Gestaltung, die näher am Geschäftsmodell orientiert ist. Damit können Investoren, Nachbarn und andere Stakeholder noch näher an den Betrieb gebunden werden.

Tokenisierung greift um sich

Die Tokenisierung ist längst kein Gedankenexperiment mehr“, so Oliver Völkel, Partner von Stadler Völkel Rechtsanwälte, der das Modell der „Token GmbH“ mit seiner Idee federführend initiiert hat: „Noch relativ unbeobachtet von der Öffentlichkeit wurden bereits Wertpapiere oder Cashflows tokenisiert. Weil Token rasch und günstig geschaffen werden können, kommt es laufend zu weiteren Innovationen.“ Das Tokenmodell vereint also die Vorteile eines Crowdfundings (kleine Stückelung, emotionale Bindung, Vorteile beim Marketing) mit den Formen der traditionellen Kapitalaufnahme (ohne den dafür nötigen Aufwand treiben zu müssen). Es müssen auch nicht Rücksichten auf Raumordnungen und Genehmigungen durch die Gemeinde genommen werden.

In der konkreten Ausgestaltung dieses Modells gibt es viele Möglichkeiten:

Der Hotelier bietet seinen Stammgästen den Erstzugriff auf eine beschränkte Anzahl von Token an. Und/oder er bietet dem Tokenbesitzer/Investor Vorteile wie bei einer Clubmitgliedschaft (Treueprogramm, z.B. eine Saisonkarte, bessere Stornobedingungen, Rabatte bei Partnerbetrieben). Er schreibt (falls gewünscht) die Namen seiner Investoren auf eine Ehrentafel in der Lobby. Er hat vor allem auch die Möglichkeit, Nachbarn und lokale Stakeholder einzubinden, auch vermögende Menschen, die längst wo anders leben, aber ihrer alten Heimat immer noch verbunden sind und gerne helfen möchten.

Plötzlich wird aus einer abstrakten Finanzierung ein emotionales Projekt mit vielen Weiterungen, die alle dem Geschäftserfolg des gemeinsamen Unternehmens dienen. Mit einem Ziel: Die ausreichenden Ressourcen für eine organische Unternehmensentwicklung zu ermöglichen.

Prodinger Tourismusberatung
Thomas Reisenzahn
+43 1 890 730 9
t.reisenzahn@prodinger.at

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Dienstag, 09. März 2021

Touristischer Kurswechsel bei Google

Die ITB findet zwar dieses Jahr ausschließlich im virtuellen Raum statt, aber Änderungen in der touristischen Reisewelt werden dennoch bevorzugt im Rahmen des größten Branchenevents kommuniziert.

Richard Holden, Vice President Produktmanagement von Travel by Google, machte heute eine Ankündigung, die für die digitale Reisebranche von größter Bedeutung ist. So sei es nun auch für die kleinsten Hotels möglich, direkt mit den eigenen Zimmerpreisen auf google.com/travel gelistet zu sein. Wichtiger als die von ihm angeführte “Unterstützung der von der Pandemie gebeutelten gesamten Reiseindustrie” ist für Google sicher das eigene Geschäftsinteresse. Holden betonte: „Es bietet uns natürlich die Gelegenheit, zu beweisen, dass direkt bei Google die gesamte Preisspanne für einen Hotelaufenthalt zu finden ist“.

Marco Riederer, Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung, hält fest: „Bis 9.3. zeigte Google dort nur Preise an, wenn dafür auch bezahlt wurde. Dies nutzte vor allem OTAs und Metasuchmachinen, die hier vermehrt bereit waren, die Klickpreise und Provisionen zu bezahlen“. Die neuen Möglichkeiten bedeuten einen Kurswechsel des touristischen Geschäftsmodells bei Google und könnten zudem eine große Hilfe in der Inspirationsphase der Gäste sein. Für die Hoteliers heißt es, rechtzeitig die richtigen Schritte im Preis- und Vertriebsmanagement zu setzen. „Gerade in Hinblick auf den hoffentlich bald möglichen touristischen Re-Start ist eine hohe Sichtbarkeit in allen zur Verfügung stehenden Kanälen jedenfalls essentiell“, so Riederer weiter.

Nun gilt es zu prüfen, wie die technische Umsetzung aussieht und ob es den einzelnen Hotelbetrieben ohne übermäßigen Aufwand möglich sein wird, die Preise in Selbstregie einzustellen.

Die Prodinger Tourismusberatung analysiert bestehende Preis- und Vertriebsstrategien von Hotelbetrieben und erarbeitet gemeinsam mit dem Betrieb eine zukunftsfitte Strategie mit klaren Handlungsaufforderungen.

Prodinger Tourismusberatung
Marco Riederer
+43 6542 73661 1780
m.riederer@prodinger.at

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Montag, 07. Dezember 2020

Investieren in Corona-Zeiten? Der „Fischerwirt“ hat sich getraut

Mitten im ersten Lockdown hat die Familie Rudolf Ebner vom „Fischerwirt“ in Faistenau (Salzkammergut) ihre bisher größte Investition in Angriff genommen: ein WaldSPA mit Chalets zum Nächtigen im angrenzenden Waldstück. Die optisch reizvolle Erweiterung der Anlage im Sinne eines Naturhotels ist inzwischen abgeschlossen und das mutige Vorhaben auch finanziell gut abgesichert. In außergewöhnlichen Zeiten wie diesen, werden von verschiedenen Seiten Investitionshilfen gewährt. Diese Möglichkeit wurde gut genützt. Erfolgreich begleitet wurde das Projekt von Beginn an durch fundierte professionelle Beratung.

"Ein Rückzugsort, der totale Entspannung unter Bäumen schenkt und die Natur perfekt in die Architektur integriert“, charakterisiert Thomas Reisenzahn von der Prodinger Beratungsgruppe das „WaldSPA-Projekt“ des Fischerwirts. Die Feasibility-Studie dazu hatte die Beratungsgruppe im Frühjahr erstellt.

Richtiger und vor allem kostengünstiger Zeitpunkt für ein Investment

"Wir haben uns im Frühjahr hingesetzt und beraten, wie man den absehbaren Schwierigkeiten am besten begegnen kann. Viele Argumente hatten letztlich dafürgesprochen, dass jetzt ein guter und auch kostengünstiger Zeitpunkt für ein Investment gegeben wäre. Gerade in Zeiten mit niedriger Gästefrequenz lassen sich Investitionen in Qualität und neue Angebote relativ stressfrei realisieren“, zieht Rudolf Ebner Bilanz: „Kredite waren noch nie so niedrig verzinst. In dieser Hinsicht sehe ich für meinen Betrieb eine gute Zukunft

Außerdem sei, wenn der Tourismus wieder voll in Fahrt kommt, mit einem großen Nachholbedarf an Urlaubsreisen zu rechnen. „Ich erwarte, dass qualitativ hochwertiger Urlaub in Österreich künftig stärker als bisher gefragt sein wird. Auch die regionale Komponente wird sich in der Nachfrage positiv auswirken“, ist der Hotelier überzeugt.

WaldSPA“ in ruhiger Lage, umgeben von dichtem Baumbestand

Bei dem von Familie Ebner realisierten Spa-Projekt ist der Wald ein Teil des Konzepts. Der Architekt hat die einzelnen Bauten in vorhandene Lichtungen gesetzt, ein Steg verbindet sie mit dem Haupthaus. Das Erscheinungsbild ist durch verschiedene Materialien geprägt. Der Lage entsprechend dominiert vor allem Holz. Im Inneren sind die Module jeweils gleichwertig konzipiert. Gleich ist allen ein reizvoller Ausblick in die umliegende Landschaft. „Das in Lockdown-Zeiten errichtete WaldSPA bietet dank seiner außergewöhnlichen Architektur nicht nur ein besonderes Erlebnis für die Gäste, sondern auch Potential für künftige Erweiterungen“, zeigt sich Rudolf Ebner auch in schwierigen Zeiten zuversichtlich.

Hier finden Sie mehr Fotos zum Projekt

Prodinger Tourismusberatung
Thomas Reisenzahn
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t.reisenzahn@prodinger.at

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Donnerstag, 08. Oktober 2020

Raus aus Corona – Vorschläge zur Absicherung von Tourismusbetrieben

Viele Tourismusbetriebe haben in der Corona-Krise ihre Sicherheit in Planung und Betriebsführung verloren. Und derzeit ist nicht abzusehen, wann die Betriebe diese zurückerlangen können. Daher gilt es, die finanzielle Situation der Unternehmen durch Stärkung der Eigenkapitalbasis rasch zu verbessern. Dies ist einer der zentralen Vorschläge zur Absicherung von Tourismusbetrieben, die Thomas Reisenzahn, Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung, am Donnerstag  Nachmittag anhand eines von Prodinger erarbeiteten Thesenpapiers dem Tourismusausschuss des Nationalrates präsentierte.

„Eigenkapital-Stärkung“, das Gebot der Stunde!

"Die Eigenkapitalquoten der österreichischen Unternehmen werden sich in den nächsten Monaten weiter verschlechtern. Deshalb wäre eine Stärkung gerade jetzt ein Überlebenselixier“, betonte Reisenzahn in seinem Vortrag. Das geringe Eigenkapital ist zum Teil durch niedrige Buchwerte der Hotelliegenschaft bei erheblichen stillen Reserven bedingt. Aus dieser Bilanzsituation heraus gab es bereits in den letzten sechs Monaten Schwierigkeiten bei Überbrückungsfinanzierungen oder dem Fixkostenzuschuss. Auch wird das Bilanzbild durch die Krise so negativ verändert, dass eine strukturell sinnvolle Betriebsnachfolge nicht mehr möglich erscheint. „Aufgrund der Tatsache, dass in den Bilanzen Buchwerte dargestellt werden, entspricht die Darstellung oft nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Ganz besonders nicht, wenn die Betriebe bzw. der Besitz schon lange im Familienbesitz sind“, stellte Reisenzahn fest.

Aufwertung auf den Verkehrswert

Eine Aufwertungsoption auf den Verkehrswert der Liegenschaften sollte unbedingt eingeführt werden. Damit ließen sich richtigere Werte in den Jahresabschlüssen darstellen. Hier schlägt Prodinger eine befristete Übergangsregelung bis 31.12.2022 vor, wonach das Vermögen mit dem Viertel-Steuersatz begünstigt aufgewertet werden kann und die Bilanzen das echte Eigenkapital aufweisen. Dies würde die Bonität stärken und langfristig die Abschreibungsbasis erhöhen!

Betriebsübergaben

Für die vielen anstehenden Betriebsübergaben wäre eine solche Aufwertungsoption eine wesentliche Erleichterung. Ähnlich dem Abschmelzmodell der deutschen Erbschaftsteuer sollte die Steuerbelastung aus der Aufwertung überhaupt wegfallen, wenn der Betrieb zumindest 7 Jahre vom Nachfolger fortgeführt wird.

Betriebliche Exit-Szenarien steuerlich ermöglichen

Eine Betriebsaufgabe ist oft mit hohen steuerlichen Belastungen verbunden (Versteuerung stiller Reserven), sodass "Zombieunternehmen" noch jahrelang fortgeführt und die gesunden Unternehmen preislich massiv unterboten werden. Der Prodinger-Vorschlag sieht eine befristete Regelung vor, die zur notwendigen Strukturbereinigung eine steuerfreie Betriebsaufgabe bis 31.12.2022 ermöglicht. Dies stärkt die lebensfähigen Betriebe und verhindert Insolvenzen. Ab 1.1.2023 soll die Betriebsaufgabe mit einem Viertel-Steuersatz belastet sein. (Derzeit ist lediglich bei Steuerpflichtigen über 60 Jahren und kompletter Einstellung der Erwerbstätigkeit der halbe Einkommensteuersatz möglich).

Eigenkapital nicht länger steuerlich benachteiligen

Ein weiterer Grund für die geringe Eigenkapitalquote in der Hotellerie besteht darin, dass Fremdkapital, also Kredite, steuerlich bevorzugt wird. So kann ein Unternehmer die Kosten des Kredites steuermindernd absetzen. Setzt der Unternehmer allerdings sein eigenes Geld ein, so muss er höhere Steuern zahlen. Die Regierung sollte daher nicht nur die Zinsen auf Fremdkapital, sondern auch eine marktübliche Verzinsung des Eigenkapitals steuerlich abzugsfähig machen.

Keine Ungleichbehandlung von Zinsen beim Empfänger

Unternehmer und Privatpersonen sind bereit, in die Hotellerie zu investieren. Viele Unternehmer möchten ihren eigenen Betrieb stärken. Wer aber sein Kapital einbringt, wird steuerlich benachteiligt: Wer bspw. Geld in Staatsanleihen investiert zahlt 27,5 % Kapitalertragssteuer (KESt). Für die Zinsen aus einem dem Betrieb hingegebenen Privatdarlehen müssen Anleger hingegen die volle Einkommensteuer, also bis zu 55 %, bezahlen. Ein Privatdarlehen sollte daher ebenfalls mit 27,5 % besteuert werden. Diese Regelung käme allen Wirtschaftsbetrieben zugute.

Rechtsformneutralität der Besteuerung nicht entnommener Gewinne

Für Gewinne in Kapitalgesellschaften fallen 25 % Körperschaftsteuer (KÖSt) an und bei der Gewinnausschüttung 27,5 % Kapitalertragsteuer (KESt). Auch bei Einzelunternehmern und Personengesellschaften sollten die im Unternehmen verbleibenden Gewinne mit 25 % besteuert und erst bei einer Entnahme ins Privatvermögen ähnlich der KESt bei Kapitalgesellschaften behandelt werden.

Prodinger Tourismusberatung
Thomas Reisenzahn
t.reisenzahn@prodinger.at

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Montag, 28. September 2020

Prodinger-Studie zeigt alarmierende Umsatzeinbrüche in der Hotelbranche auf

Im Durchschnitt verliert jedes Hotel in Österreich im Zeitraum Mai bis Oktober 2020 zwischen 130.000 und 150.000 Euro an Umsatz. Dies entspricht einem kumulierten Einnahmeausfall von rund 2,2 Milliarden Euro in diesem Zeitraum, geht aus einer aktuellen Szenarienanalyse der Prodinger Tourismusberatung hervor. Der Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) hatte die Prodinger Beratungsgruppe beauftragt, verschiedene Szenarien zur kommenden Wintersaison 2020/21 zu erstellen.

Bereits im April 2020 wurden von Prodinger drei Szenarien („Best Case“, „Bad Case“ und „Worst Case“) durchgespielt. Dank eines guten Monats August wurde bei den Nächtigungen die Prognose mit dem Best Case fast punktgenau erreicht (Zwischenergebnis Mai bis August 2020: minus 33 Prozent; Prodinger-Prognose: minus 34,4 Prozent). Ähnliches gilt auch für die Umsatzzahlen: Prodinger prognostizierte ein Minus von 42,2 Prozent, das Ist-Zwischenergebnis für den Sommer (Mai bis Juli) liegt bei minus 44,1 Prozent. „Damit bestätigen die vorliegenden Ist-Werte unsere bisherigen Prognoseberechnungen. Das Best Case-Szenario wird aber nicht zu halten sein. Es sind wirklich alarmierende Umsatzrückgänge in der Hotellerie zu erwarten. Durch die anhaltenden Reisewarnungen gehen wir davon aus, dass für die kommenden Monate ein schlechteres Szenario realistisch ist“, erklären die Studienautoren Thomas Reisenzahn und Marco Riederer von der Prodinger Beratungsgesellschaft. „Covid-19 wird die Branche im Winter 2020/21 nachhaltig schwächen, eine Erholung ist nicht zu erwarten.“ Die Nachfrage-bedingten negativen Effekte werden, so die Experten, automatisch zu einer schlechteren Preisdurchsetzung für die kommende Wintersaison führen.

Im einzelnen geht die Prodinger-Szenarienanalyse davon aus, dass im Winter 2020/21 das Geschäft mit den Auslandsgästen wegen des weltweit anhaltenden Infektionsrisikos um 45 Prozent unter dem Nächtigungsniveau der Saison 2018/19 liegen wird („Worst Case“). In einem Bad Case gibt es im Jänner 2021 zwar wieder Lockerungsschritte, diese sind jedoch nur sehr langsam möglich und es bleiben bis ins Frühjahr 2021 hinein erhebliche Einschränkungen bestehen. Der Binnentourismus bleibt recht stabil. Der Nächtigungsrückgang fällt nicht so drastisch aus, es ist jedoch auch in diesem Fall mit einer massiv verschärften Rezession und einem BIP-Verlust zu rechnen.

In einem ebenfalls durchgespielten Best Case Szenario verflüchtigt sich der aktuelle Anstieg an Coronafällen und es kehrt, den Umständen entsprechend, wieder „Normalität“ ein. Die Grenzen bleiben weitgehend offen und es werden keine oder kaum Reisewarnungen ausgesprochen. 2022 würde der Inlandstourismus wieder das volle Niveau von 2019 erreichen, das Auslandsgeschäft allerdings nur 70 Prozent des Wertes von 2019. Eine komplette Rückkehr der Performance auf Vorkrisen-Niveau wäre auch im Best Case frühestens 2023 bis spätestens 2025 zu erwarten (alles unter der Voraussetzung, dass keine erneute Verschlechterung des Pandemieverlaufs eintritt). 

Im Szenarienvergleich gehen die Gesamtnächtigungen im Winter 2020/21 (von 73 Millionen im Winter 2018/19) auf 66 Millionen (Best Case), 60,5 Millionen (Bad Case) und 44,7 Millionen (Wort Case) zurück. Die für den Worst Case errechneten Daten wären betriebswirtschaftlich nicht mehr zu verkraften. Allein in der kommenden Wintersaison würden sie einen weiteren Einkommensverlust von 34 Prozent bedeuten. Insbesondere im Städtetourismus scheinen „die fetten Jahre mit Rekordzuwächsen“ vorbei zu sein, fasst Riederer zusammen. „Daher ist es wichtig, die touristischen Unternehmerinnen und Unternehmer in dieser schwierigen Krise zum Wohle aller weiterhin zu unterstützen.

Für ihre Analyse haben die Prodinger Tourismusberater das gesamte Beherbergungswesen herangezogen, in der Summer rund 16.000 Unternehmen mit 120.670 Beschäftigten. Alle Betriebe verfügen über eine aktive Gewerbeberechtigung.

Prodinger Tourismusberatung
Thomas Reisenzahn
+43 1 890 730 9
t.reisenzahn@prodinger.at

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Mittwoch, 05. August 2020

Letzte Chance auf Direktbuchung

Entgegen allen optimistischen Annahmen haben Direktbuchungen in der Hotellerie weiter abgenommen. Jetzt scheint jedoch der Moment für eine Trendwende günstig. Die aktuelle Verunsicherung der Gäste eröffnet den Hotels eine realistische Chance, durch Authentizität und aktive Kommunikation den Buchungsplattformen ein Schnippchen zu schlagen.

Die Hotellerie wurde von der Pandemie besonders hart getroffen und es ist ungewiss, ob sie in den nächsten drei Jahren das Rekordergebnis von 2019 wieder erreichen kann. Die Vertriebskanäle werden sich indes weiterentwickeln und die Provisionsaufwendungen zulasten des operativen Betriebsergebnisses weiter steigen. Denn schon lange sind die Beherberger, die in dieser Dienstleistungskette das höchste Risiko tragen, mit einer wachsenden Marktmacht der globalen Online-Reservierungsplattformen konfrontiert.

Buchungsplattformen zuletzt weiter im Aufwind

Jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln und rechtzeitig die richtigen Schritte im Preismanagement setzen, damit Online Travel Agencies (OTAs) wie Booking.com und Expedia nicht als einzige langfristig Kapital aus der Krise schlagen. Die letztjährigen Diskussionen rund um Booking.Basic und Sponsored Discounts belegen eindrucksvoll, dass sich Booking.com von der seit 2017 untersagten Bestpreisgarantie nie verabschiedet hat. „Booking ist mit dem Versprechen des besten Preises fest in den Köpfen der Gäste verankert und nutzt diese Marktmacht immer wieder aus!“, stößt es Marco Riederer von der Prodinger Tourismusberatung sauer auf, wenn er daran denkt, dass Booking zu Beginn der Coronakrise von den Hoteliers gefordert hatte, auf ihnen zustehende Stornogebühren zu verzichten.

Die zunehmende Macht der OTAs spiegelt sich auch in der alle zwei Jahre stattfindenden HOTREC-Erhebung über den europäischen Hotelmarkt wider, wonach zwischen 2013 und 2019 der Anteil der Online-Buchungsportale im europäischen Hotelvertrieb kontinuierlich von 19,7% auf 29,9% gestiegen ist. Gleichzeitig ist der Anteil der Direktbuchungen in ganz Europa um mehr als 10 Prozentpunkte auf 45,5% zurückgegangen.

Transparenz, Authentizität und Sicherheit als Vorteil

Nach der Angst um den Kontrollverlust sowie einer damit einhergegangenen Schockstarre und Panik haben sich viele Werte und Grundorientierungen verschoben. Gäste suchen daher bereits online nach einem Mehr an Sicherheit und investieren viel Zeit in die Urlaubsrecherche.

"Urlaubsfreudige Gäste nehmen sich jetzt noch mehr Zeit, Informationen über potentielle Urlaubsorte und Hotels im Internet zu suchen. Im Fokus stehen dabei neben lockeren Stornobedingungen vor allem die Themen Sicherheit und Hygienemaßnahmen“, stellt Riederer fest und ergänzt: „Wenn wir den Vertrieb künftig nicht vollständig aus der Hand geben wollen, dann ist jetzt die letzte Chance dafür. Gäste verbringen mehr Zeit online und recherchieren mehr als vor der Krise. Wenn sie auf der Hotelwebsite landen oder uns bereits kontaktieren, dann dürfen wir sie nicht mehr loslassen!“.

Für die Hotellerie stellt sich die Frage, wie der Hotelbetrieb in Hinblick auf diese Entwicklungen zu organisieren ist und wie diese Themen online greifbar gemacht und kommuniziert werden können.

Folgende Kommunikationspunkte sind anhand der Customer Journey zu überdenken:

  • Physische Kontaktreduktion (größere Menschenansammlungen verhindern)
  • Auflistung der Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Gäste
  • Hygienemaßnahmen und Schulungen im Hotel kommunizieren (Mund-/Nasenschutz, Desinfektionsmittel, Glasschutz, …)
  • Lockerung der Buchungskonditionen und Stornobedingungen

Bestehende Preis- und Vertriebsstrategie hinterfragen

Hoteliers sollten die durch das Coronavirus verursachten Auslastungsrückgänge und die dadurch unfreiwillig gewonnene Zeit nützen, um Ihre Vertriebs- und Preisstrategie zu überprüfen und sich intensiv und bestmöglich auf die mit Sicherheit wiederkehrende Nachfrage vorzubereiten Denn wenn der Mehrwert der Direktbuchung nicht klar ersichtlich ist, dann bleibt die Verlockung der OTAs sehr stark. Die Prodinger Tourismusberatung analysiert die bestehende Preis- und Vertriebsstrategie von Hotelbetrieben und erarbeitet gemeinsam mit dem Betrieb eine zukunftsfitte Revenue Management und e-Commerce Strategie mit klaren Handlungsaufforderungen.

Zu den Aufgaben des Revenue Managements zählen detaillierte Prognosen, eine enge Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Abteilungen sowie eine zielführende Segment- und Zimmerkategorien-Strategie. In Zeiten mit geringerer Nachfrage und sinkenden Umsätzen ändert sich der Fokus schnell. Revenue Management allein kann die Krise nicht abwenden. Es ist aber wichtig für den Erfolg eines Hotels, weil es eine realistische Einschätzung der Marktentwicklung ermöglicht.

Prodinger Tourismusberatung
Marco Riederer
+43 1 890 730 9
m.riederer@prodinger.at

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Mittwoch, 08. Juli 2020

In der Ferienhotellerie wird wieder investiert - Reisenzahn: Bauvorhaben liegen konkret auf dem Tisch

Wie rasch eine Branche außer Schritt und Tritt kommen kann, haben uns die letzten Monate schonungslos gezeigt. Vor dem Hintergrund dieses beispiellosen Absturzes ist es schon ein sehr starkes Zeichen für den Standort Österreich, dass die ersten Betriebe - insbesondere aus der Ferienhotellerie - wieder an die nächsten Investitionen denken.

Der brutale Dämpfer, verbunden mit plötzlichem Nieder- und allmählichem Hochfahren der Betriebe, hat zwangsläufig die Investitions-Volumina verringert. Aber viele Bauvorhaben liegen konkret auf dem Tisch und nicht mehr nur in den Schubladen, zeigt sich Thomas Reisenzahn, GF der Prodinger Tourismusberatung, durchaus optimistisch: „Die Anfragen an unser Beraterteam haben in den vergangenen Wochen stark zugenommen“.

Die am Dienstag im Nationalrat beschlossene neue degressive Abschreibungsform bringt den Investoren zu Beginn Steuervorteile und damit eventuell mehr Liquidität. Ebenfalls beschlossen wurde die siebenprozentige Investitionsprämie, mit der die Regierung Anreize für Hotelbetriebe schaffen und damit deren Investitionsneigung positiv beeinflussen möchte. Diese Invest-Prämie gilt für Investitionen, die ab 01. August 2020 gesetzt werden. Gefördert werden materielle und immaterielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen.

Der jüngste Prodinger-Report „Hotelzimmer & Gäste“ befasst sich eingehend mit unterschiedlichen Trends für Hoteleinrichtungen und Umbaumaßnahmen im Post-Corona Zeitalter. Die Prodinger Beratungsgruppe unterstützt von Beginn an Hotelbetriebe bei der Umsetzung von Bauvorhaben, insbesondere beim Förderwesen, in der Planung sowie bei Strategie und Investitionsbegleitung. Im Hoteldesign, so Reisenzahn abschließend, ist unbedingt auf die «3 F» zu achten. Das Motto dazu lautet: absolute Flexibilität, Funktionalität und Flächeneffizienz (mit den nötigen, Corona-bedingten Abständen in der Einrichtung). Bei künftigen Investitionen in der Hotellerie gehe es also um die passende Funktionalität bei überschaubaren Kosten.

Prodinger Tourismusberatung
Thomas Reisenzahn
+43 1 890 730 9
t.reisenzahn@prodinger.at

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Freitag, 12. Juni 2020

Bitte nicht auf Beherbergung vergessen!

Die Bundesregierung hat eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen und Getränke auf den Weg gebracht. Dieser reduzierte Mehrwertsteuersatz soll von Juli bis zum Ende des Jahres gültig sein. Leider wurde der Beherbergungssatz vergessen!

Die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen und Getränke ist sehr zu begrüßen. In der Gastronomie bedeute das konkret, dass die Steuer auf Speisen von zehn, bei Getränken von 20 auf fünf Prozent gesenkt wird. Der verringerte Satz sollte auch auf Übernachtungen (Logis-Beherbergung) zur Anwendung kommen. 

Umsatzsteuerlich erbringt das Hotelunternehmen eine Reihe von Leistungen, die sonst in Zukunft mit verschiedenen Steuersätzen zu versteuern sind. "Die Aufteilung des Preises in die unterschiedlichen Leistungskomponenten stellt das Hotel dabei vor eine fast unlösbare Aufgabe." fasst Marco Riederer von der Prodinger Tourismusberatung zusammen. Das gilt auch dann, wenn Zusatzleistungen zugekauft und nicht direkt im Hotel erbracht werden.

Die Covid-19 Maßnahmen in anderen Ländern sind dadurch gekennzeichnet, dass maßgebliche Konkurrenzmärkte die Mehrwertsteuer ebenfalls im Beherbergungsbereich gesenkt haben, insbesondere Deutschland (5 %) aber auch direkte Mitbewerber im Nicht-EU-Raum, wie die Schweiz mit einer ermäßigten Mehrwertsteuer von 3,7 % auf Beherbergung. Die Differenz der Nettoeinnahmen zwischen einem Hotel in Österreich und einem Hotel in Deutschland beträgt 6,26 Prozent.

In der Schweiz ist es außerdem grundsätzlich möglich, Packages (Skipackages, Kulturpackages, etc.) zum Sondersatz für Beherbergung von 3,7 Prozent abzurechnen. Voraussetzung dafür ist, dass der kalkulatorisch nachweisbare Anteil der Beherbergung in einem Package 70 Prozent oder mehr beträgt.

Bei den Corona-bedingten Umsatzeinbußen für die Hotels hat die Prodinger Gruppe ein Minus von 2,8 bzw. 3,3 Milliarden Euro errechnet. Erschwerend kommt hinzu, dass auf Grund der geringeren Auslastung auch die Preise unter Druck geraten. "Österreich darf keinen weiteren Wettbewerbsnachteil gegenüber vielen Staaten in einer solchen Situation erfahren, insbesondere da die meisten Gäste im Tourismus Privatgäste sind und damit keinen Vorsteuerabzug haben.", so Thomas Reisenzahn (Prodinger Tourismusberatung).

Die Prodinger Beratungsgruppe präsentierte diese Woche konkrete Maßnahmen für die Hotellerie im parlamentarischen Tourismusausschuss.

Prodinger Tourismusberatung
Thomas Reisenzahn
+43 6542 736 16 -1644
t.reisenzahn@prodinger.at

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ÖGZ NL vom 02.12.2022

Was bedeuten die neuen Sinus-Milieus für meinen Betrieb?

Saison Tourismus NL vom 02.12.2022

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ÖGZ vom 02.12.2022

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„Thermal Resort-Dorf” erhitzt die Gemüter

Gastro NL vom 25.11.2022

Sehr geehrte Frau Specht!

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Am besten wäre natürlich gar kein Tourismus fund

Falstaff Living vom 18.11.2022

SONNIGE AUSSICHTEN FÜR FERIEN-MMOBILIEN

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MIT FREUDE UNTER DIE TOP 12 DER WELT!

Kurier vom 14.11.2022

Dissonanzen in der Tourismuswerbung

pz Plateau Zeitung vom 08.11.2022

Touristischer Wunsch: Mehr Gastgeber sein T h l h

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