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Digitale Fehleinschätzung

Die derzeitige Diskussion über Digitalisierung in der Hotellerie erfasst den Kern der Thematik nicht im Geringsten. Seit der ITB 2016 überschlagen sich inflationäre Veranstaltungen zu diesem Thema.

Wie soll man ein jobloses Hotel in der Zukunft argumentieren, wenn zwei Drittel der Staatseinnahmen aus dem Faktor Arbeit stammen? Selbst der Devisenbringer Tourismus finanziert sich in den Zwischensaisonen mit dem Arbeitslosengeld aus den gleichen Lohnnebenkosten. Diese Arbeitskosten sind bekanntlich jetzt schon sehr hoch. Sollen da wirklich die Roboter das Ruder übernehmen? (und wir uns nicht weiter dem Grundübel der Arbeit im Tourismus widmen nämlich Attraktivität steigern und Arbeitskosten senken).

Über Digitalisierung zu sprechen ist höchstens in der Vermarktung gut und wichtig sowie beim Thema bessere digitale Buchbarkeit sogar essenziell. Bei den hohen Online-Anfragevolumina in Destinationen (DMO) und Tourismusverbänden kommt es bekanntlich zu beschämenden Conversion-Raten bei direkten Buchungen. Wäre nicht die Frage der Direktbuchung ein wichtiger Diskussionspunkt in einer Digitalisierungsdiskussion?

Bei der Angebotsgestaltung vor Ort hat die Digitalisierung schon verloren, wenn die „Digital Detox Hotels“ und die „Hideaways zum Abtauchen“ die Hotelrankings anführen. Digitale Hotels sind bei vielen Milieus eher Hemmfaktoren denn Anreize. Diese Milieus suchen vielmehr nach Schlüsselerlebnissen an außergewöhnlichen Orten, um der globalen digitalen Gleichschaltung zu entkommen und sich für ein paar Tage im Einklang mit der Natur zu fühlen.

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