WhatsApp

Österreich: Umsatzsteuersenkung

Manstein Verlag
Österreich: Umsatzsteuersenkung
Ab November 2018 gilt die Umsatzsteuersenkung auf Nächtigungen von 13 auf zehn Prozent. Die Taxe, die für Unternehmen eine Durchlaufsteuer darstellt, die letztlich den Verbraucher trifft, war vor drei Jahren erhöht worden.
Schon jetzt, kurz nachdem die Senkung fixiert wurde, gibt es neue Rufe nach Steuersenkungen von Branchenvertretern.
„Es muss jetzt zu Steuererleichterungen kommen“, forderte Stefan Rohrmoser, Geschäftsführer der Prodinger Tourismus- und Steuerberatung. Die zwischenzeitliche Erhöhung der Umsatzsteuer auf Übernachtungen habe die Betriebserlöse von 2016 bis 2018 um rund 300 Mio. Euro reduziert. Die Umstellungskosten von hochgerechnet 55 Mio. Euro würden sich noch jahrelang in den Bilanzen negativ bemerkbar machen. „Dieser Rückstand muss nun aufgeholt werden. Niemand wolle in abgewohnte Zimmer einchecken.“
Die Investitionszuwachsprämie, die Schwung in die Qualitätsverbesserung gebracht habe, werde eingestellt, wird unter anderen Punkten weiters kritisiert. Ein Versäumnis sei auch bei der Pauschalreiserichtlinie festzustellen: Diese tritt EU-weit bereits mit 1. Juli 2018 in Kraft, den heimischen Betrieben liege aber immer noch keine Pauschalreiseverordnung vor, so die Tourismuslobbyisten von Prodinger.
Für die Arbeiterkammer ist die Absenkung wie berichtet ja ein Beispiel für Steuergeschenke der schwarz-blauen Regierung an einen Teil ihrer Kernklientel. Es stelle sich die Frage, ob die einhergehenden Kosten von 120 Mio. Euro nicht besser investiert wären, wenn man sie in die Qualifikation von Facharbeitskräften stecke. Das würde auch dem Tourismus, der oft über einen Fachkräftemangel klagt, nützen, sagte kürzlich Markus Marterbauer, dem Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaften der AK Wien. Die AK werde sich anschauen, ob die Preise für Übernachtungen durch die Steuersenkung sinken. Sollten diese sinken, gehe die Hälfte der Kosten ins Ausland, weil sich ausländische Gäste Kosten ersparen würden. Ansonsten würden eben die Hoteliers höhere Gewinne erzielen.
(by APA)

Artikel auf www.traveller-online.at

FOLGENDE ARTIKEL KÖNNTEN SIE AUCH
INTERESSIEREN:

Diese Webseite verwendet Cookies.
Damit Sie unsere Website optimal nutzen können, speichern wir Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.