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Szenarienanalyse zu den potentiellen Auswirkungen der Coronavirus-Krise

Szenarienanalyse: Potentielle Auswirkungen der Coronavirus-Krise (COVID-19) auf österreichische Beherbergungsbetriebe

Der Tourismus hat schon viele Krise erlebt. Die COVID 19 Epidemie ist für die Branche eine Gefahr mit neuer Dimension (Eine Analyse für die WKO Fachverband Hotellerie)

Der abrupte Ausfall der Nächtigungen bedeutet ein tiefes Minus in der Auslastung, was nicht nur zu Umsatzrückgängen, sondern automatisch zu einer schlechteren Preisdurchsetzung führt.

Der heimische Tourismus kann trotzdem für die Monate Dezember 2019 bis Februar 2020 auf eine sehr erfreuliche Wintersaison 2019/20 zurückblicken. Diese Monate brachten ein deutliches Plus bei den Nächtigungen. Ebenfalls führte das Schaltjahr zu einer signifikanten Nächtigungssteigerung im Februar 2020. Auf der anderen Seite sorgte der hohe Anteil an Buchungs-Annullierungen für einen historischen Tiefstand der Auslastung in der Hotellerie zwischen Mitte März 2020 und April 2020.

Der hohe Anteil an Betriebsschließungen führte bereits ab Mitte März zu einem historischen Tiefstand der Auslastungen.

Nach Expertenschätzungen müssen die Hoteliers einen österreichweiten Auslastungsrückgang von 30 Prozent im März und von 85 Prozent im April 2020 verkraften. In der Folge kommt es, je nach angenommenen Szenario, zu einem Preisverfall von 12 bis 18 Prozent in den Sommermonaten dieses Jahres. Dies geht aus einer aktuellen Analyse hervor, welche die Prodinger Beratungsgruppe im Auftrag des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich soeben vorgelegt hat. Im Fokus der Studie stehen drei unterschiedliche Szenarien der Covid 19-Krise, berechnet auf Basis betriebswirtschaftlicher Kennzahlen wie Umsatz, Nächtigungszahlen und Auslastung. Die Prodinger Beratungsgruppe hat als Sample für die vorliegende Analyse das Beherbergungswesen und die Gastronomie herangezogen, in Summe rund 47.800 Unternehmen mit 320.000 Arbeitsplätzen und 21,3 Mrd. Euro Umsatz.

Als Folge weiterer einschneidender Maßnahmen setzt sich diese Situation nun im April und Mai in voller Härte fort. Das von Prodinger vorgelegte Szenario berechnet für das gesamte Winterhalbjahr 2019/20 (1.11. bis 30.4.) einen Nächtigungsrückgang von 14,1 Prozent (von 72,2 auf 61,5 Millionen). Die Umsätze dürften in diesem Winter laut Hochrechnung mit 4,6 Mrd. € sogar um 14,7 Prozent hinter dem Niveau des Vergleichszeitraumes (5,5 Mrd. € von Nov. 2018 bis April 2019) zurückbleiben. Die Gastronomieverluste im touristischen Winterhalbjahr 2019/20 erreichen 16,5 Prozent.

Szenario-Ausblick mit Hoffnungsschimmer

Die Studie lässt aber auch einen konkreten Hoffnungsschimmer erkennen. Dieser liegt darin begründet, dass der gut funktionierende heimische Tourismus sich von Krisen oft sehr rasch erholt hat. Auch werden sich viele Beherbergungsbetriebe in einer solchen Ausnahmesituation vorerst auf den Heim- und Nahmarkt konzentrieren. Dadurch werden im laufenden Jahr die vom einheimischen Tourismus getriebenen Destinationen weniger leiden als die international ausgerichteten.

Die Studie beschreibt den Sommer 2020 in der Beherbergung mit drei möglichen Szenarien. Szenario 1 („Best Case“) geht von einem ab Mitte Mai wieder langsam anlaufenden Reisebetrieb aus, beginnend mit Lockerungen bei Inlandsreisen. Die Nachfrage aus dem Ausland würde jedoch noch länger nachhaltig gedämpft bleiben. Bei den Szenarien 2 und 3 wird befürchtet, dass die Krisensituation bis Juli/August 2020 (oder sogar darüber hinaus) anhält. Während im ersten Szenario der Nächtigungsrückgang im Sommer auf 34,4 Prozent begrenzt bleibt, erhöht sich das Minus in Szenario 2 („Bad Case“) auf 44,7 und in Szenario 3 („Worst Case“) auf 54,8 Prozent. Bei den erwartbaren Umsatzeinbußen lauten die drei Szenario-Voraussagen minus 2,2, minus 2,8 und minus 3,3 Mrd €, respektive minus 42,2, minus 53 und minus 62,8 Prozent.

Bezogen auf das gesamte Tourismusjahr 2019/2020 (Nov. bis Okt.) wird ein Rückgang der Gästenächtigungen um 24,6 Prozent (Szenario 1) bzw. um 30 Prozent (Szenario 2) und 35,2 Prozent (Szenario 3) für wahrscheinlich gehalten. Die damit korrespondierenden Umsatzprognosen lauten minus 3, minus 3,6 und minus 4,1 Mrd. €.

Schlussfolgerungen

In der Gastronomie-Berechnung geht die Analyse vom Best Case-Szenario mit einem vorerst auf das Mittagsgeschäft begrenzten „Re-Start“ ab Mitte Mai aus. In den folgenden Monaten erholt sich die Gastronomie nach und nach. Auf die gesamte Branche hochgerechnet kann man beim Jahresumsatz 2020 von einem Verlust in Höhe von rund 3,3 Mrd. € (minus 28,8 Prozent) ausgehen. Die Beherbergung (16.500 Betriebe) kommt im Best Case im Jahr 2020 auf einen Umsatzverlust von 3,1 Mrd. € (minus 29 Prozent). Im Durchschnitt verringert sich der Erlös jedes Beherbergungsbetriebes um 190.000 €. 85 Prozent werden im laufenden Jahr in die Verlustzone rutschen. Bei Eintreten des Worst Case-Szenarios würden die Umsätze wieder auf das Niveau von 2008 zurückfallen.

Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme, falls Sie Interesse an Details zur Studie haben!

Ihre Kontaktperson:

Thomas Reisenzahn

t.reisenzahn@prodinger.at

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