Alpine Destination Report 2027

Alpine Destination Report 2027: Die führenden alpinen Tourismusregionen im Vergleich

Der alpine Tourismus steht vor vielfältigen Herausforderungen. Steigende Betriebs- und Investitionskosten, verändertes Reiseverhalten und die zunehmende Bedeutung ganzjähriger Tourismusangebote verändern die Wettbewerbsbedingungen. Mit dem Alpine Destination Report 2027 analysiert die Prodinger Tourismusberatung bereits zum dritten Mal die führenden alpinen Tourismusdestinationen und zeigt auf, welche Regionen sich besonders erfolgreich positionieren.

Insgesamt wurden 26 österreichische Tourismusdestinationen anhand der drei Kategorien „Angebot & Nachfrage“, „Preisniveau“ und „Attraktivität“ untersucht und bewertet. Ergänzend wurden acht ausgewählte Schweizer Tourismusorte in den Vergleich einbezogen. Die einzelnen Kategorien bilden Sub-Rankings, die unterschiedlich gewichtet in das österreichische Gesamtranking einfließen.


Hier geht’s zum Alpine Destination Report 2027


Methodik: Touristische Performance, Wertschöpfung und Attraktivität

Die Bewertung basiert auf einem mehrdimensionalen Scoring-Modell, das touristische und wirtschaftliche Kennzahlen sowie qualitative Standortfaktoren berücksichtigt. Neben Nächtigungsentwicklung, Bettenauslastung und Preisniveau fließen unter anderem die Ertragskraft der Beherbergungsbetriebe, die Schneesicherheit und die Gästebewertungen der Skigebiete ein.

Neu berücksichtigt wird in diesem Jahr auch der Anteil der Freizeitwohnsitze und Zweitwohnungen. Zudem werden die Gästebewertungen erstmals mithilfe des KI-gestützten Ski Resort ReviewRadar über die gesamte touristische Leistungskette hinweg analysiert.

Ziel ist es, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsposition alpiner Destinationen vergleichbar zu machen und eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Tourismusverantwortliche, Investoren und Projektentwickler zu schaffen.

Gesamtranking 2027: Lech Zürs / Warth-Schröcken übernimmt die Spitze

Im diesjährigen Gesamtranking kommt es zu deutlichen Verschiebungen. Lech Zürs / Warth-Schröcken verbessert sich vom sechsten auf den ersten Platz und löst damit den bisherigen Spitzenreiter Ötztal Tourismus ab.

Top 5 im Gesamtranking 2027:

  1. Lech Zürs / Warth-Schröcken
  2. Kitzbühel Tourismus
  3. Ötztal Tourismus (ex aequo)
  4. St. Anton am Arlberg (ex aequo)
  5. Zell am See-Kaprun

Lech Zürs / Warth-Schröcken überzeugt insbesondere durch seine hohe wirtschaftliche Ertragskraft und Angebotsattraktivität und führt gleich zwei der drei Sub-Rankings an. Kitzbühel Tourismus behauptet seine starke Position im Premiumsegment, während das Ötztal durch eine ausgewogene Performance über alle Bewertungskategorien hinweg punktet.

Zu den größten Aufsteigern zählt das Gasteinertal, das sich vom 20. auf den neunten Platz verbessert. Auch Saalbach Hinterglemm (von Platz 14 auf 6) und Zell am See-Kaprun (von Platz 8 auf 5) können deutlich zulegen.

Gesamtranking im Überblick:

Zentrale Ergebnisse des Reports

  1. Premiumdestinationen behaupten ihre wirtschaftliche Stärke

Die führenden Destinationen zeichnen sich insbesondere durch hohe Übernachtungspreise, starke Wertschöpfung und eine attraktive touristische Infrastruktur aus.

Lech Zürs / Warth-Schröcken erzielt mit rund 39.500 Euro Umsatz pro Bett den höchsten Wert unter den untersuchten österreichischen Destinationen, gefolgt vom Achensee mit rund 38.700 Euro. Auch beim durchschnittlichen Übernachtungspreis liegt die Arlbergregion mit 569 Euro pro Doppelzimmer und Nacht inklusive Halbpension an der Spitze.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass nicht allein hohe Nächtigungszahlen, sondern insbesondere Preisdurchsetzung und die wirtschaftliche Nutzung vorhandener Kapazitäten entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit einer Destination sind.

  1. Ganzjahrestourismus gewinnt weiter an Bedeutung

Eine möglichst ausgeglichene Nachfrage zwischen Sommer und Winter wird zunehmend zum strategischen Erfolgsfaktor. Besonders Zell am See-Kaprun und Schladming-Dachstein überzeugen mit einer nahezu gleichmäßigen Verteilung der Nächtigungen auf beide Saisonen.

Gleichzeitig zeigen die langfristigen Entwicklungen, dass die touristische Nachfrage in zahlreichen Regionen stärker wächst als das Bettenangebot. Besonders deutlich ist dieser Nachfrageüberhang in der Tiroler Zugspitz Arena, am Achensee und in der Region Hochkönig.

Eine stabile Ganzjahresnachfrage schafft günstigere Voraussetzungen für eine höhere Auslastung, eine effizientere Nutzung der Infrastruktur und eine geringere Abhängigkeit von einzelnen Saisonzeiten.

  1. Hohe Schneesicherheit allein garantiert keine steigende Auslastung

Der Vergleich mit dem Tourismusjahr 2018/19 zeigt, dass selbst hoch gelegene Wintersportdestinationen teilweise Rückgänge bei der Bettenauslastung verzeichnen.

Während etwa Stubai Tirol, das Ötztal oder Paznaun-Ischgl trotz ihrer hoch gelegenen Skigebiete Rückgänge bei den winterlichen Vollbelegungstagen aufweisen, entwickeln sich andere Destinationen stabiler oder positiv.

Dies unterstreicht, dass neben Schneesicherheit und Skigebietsgröße zunehmend weitere Faktoren wie Angebotsqualität, Gästeerlebnis und eine klare Positionierung über den touristischen Erfolg entscheiden.

  1. Gästebewertungen und Standortqualität rücken stärker in den Fokus

Mit dem neuen Ski Resort ReviewRadar wird erstmals die gesamte touristische Leistungskette eines Skigebiets anhand KI-gestützter Gästebewertungen analysiert. Dabei werden neben den Bergbahnen auch Gastronomie, Skischulen und Skiverleih berücksichtigt.

Die besten Bewertungen erzielen die Salzburger Sportwelt, Schladming-Dachstein sowie Mayrhofen-Hippach und die Kitzbüheler Alpen-Brixental.

Zugleich gewinnen Fragen der Tourismusintensität und der Nutzung von Wohnraum an Bedeutung. Die langfristige Wettbewerbsfähigkeit alpiner Destinationen hängt damit nicht nur von touristischer Nachfrage und wirtschaftlicher Stärke ab, sondern auch von der Qualität des Angebots und den regionalen Rahmenbedingungen.


Alpine Destination Report 2027 – die wichtigsten Ergebnisse zum nachhören im Smart Hotel Key Podcast


Internationale Perspektive: Österreich und die Schweiz im Vergleich

Der Alpine Destination Report 2027 stellt erneut acht ausgewählte Schweizer Tourismusorte den österreichischen Destinationen gegenüber. Unterstützt wurde die Prodinger Tourismusberatung dabei von Hotel Inside und der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit (SGH).

Der länderübergreifende Vergleich zeigt deutliche Unterschiede in der Marktpositionierung. Schweizer Premiumdestinationen wie Zermatt, St. Moritz und Gstaad erzielen besonders hohe Übernachtungspreise und weisen ein entsprechend hohes Immobilienpreisniveau auf.

Während die österreichischen Destinationen insbesondere durch ihre vielfältigen Ganzjahresangebote überzeugen, positionieren sich die untersuchten Schweizer Tourismusorte stärker über Exklusivität und ein ausgeprägtes Premiumsegment.


Prodinger unterstützt Gemeinden, Regionen und Tourismusverbände bei der Erhebung, Modellierung und Kommunikation regionaler Wertschöpfung. Der Destination Value Score liefert Entscheidungsgrundlagen für Raum- und Standortentwicklung, Investitions- und Förderstrategien, Infrastruktur- und Mobilitätsplanung sowie die faktenbasierte Kommunikation gegenüber Bevölkerung, Politik und Medien.

FOLGENDE ARTIKEL KÖNNTEN SIE AUCH
INTERESSIEREN: